Friedrich Hecker

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Friedrich Karl Franz Hecker, kurz Heckers Fritz, (* 28. September 1811 in Eichtersheim, Kraichgau; † 24. März 1881 in Summerfield bei Belleville (Illinois)) war ein deutscher Rechtsanwalt, Politiker und Revolutionär.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Hecker war einer der populärsten Redner der Märzrevolution von 1848 in Baden. Er gilt als Anführer des gescheiterten und erst später nach ihm benannten Heckeraufstandes während der Badischen Revolution von 1848. Danach musste er in die USA emigrieren. Er lebte dort in einer kleinen Siedlung deutscher Emigranten. Zusammen mit Abraham Lincoln war er Wahlmann für seinen Staat Illinois in Washington.

Als Revolutionsveteran (die in den USA so genannten "48er") kämpfte er noch einmal im Bürgerkrieg für die Nordstaaten.

1839 heiratet er und die 18jährige Maria Josefine Eisenhardt, Tochter eines Mannheimer Kaufmanns. Bis 1848 wurden sieben Kinder geboren (2 starben früh). 1849 zog Josefine Hecker zu ihrem Mann in die USA. Dort wurden weitere Kinder geboren. Josefine Hecker starb 1916.

Stationen im Politikerleben[Bearbeiten]

  • 1842 wird Hecker in den Mannheimer Gemeinderat gewählt und im selben Jahr in den badischen Landtag (nach Karlsruhe).
  • 1847 legt er dort sein Mandat nieder. Er reist durch Frankreich und Algerien. Nach seiner Rückkehr vertritt er auf Volksversammlungen und Freiheitsfesten, z. B. in Offenburg und Mannheim, Forderungen nach einem Recht auf Bildung für alle, einem gerechteren Steuersystem, nach der Abschaffung aller Vorrechte des Adels und der Kapitaleigner.
  • Dezember 1847: Wiederwahl in den badischen Landtag.
  • 5. März 1848: 51 Vertreter südwestdeutscher Staaten treffen sich in Heidelberg und vereinbaren die Einberufung eines Vorparlaments mit dem Ziel einer gesamtdeutsche Nationalversammlung.
  • März/April: die Republikaner werden dort zur Minderheit und unterliegen den Konservativen.
  • Nach der Verhaftung des Herausgebers der radikaldemokratischen Konstanzer Seeblätter, Josef Fickler, reist/flieht Hecker über das Elsass an den Bodensee.
  • 13. April: Sigel, Hecker rufen zum Marsch gegen Karlsruhe auf. Hecker will die Republik jetzt, den badischen Großherzog verjagen. Und wird vom herangerückten preussisch-württembergisch-hessischen und bayerischen Bundestruppen selbst gejagt.
  • Juni 1848: die Nationalversammlung in Frankfurt lehnt seine erfolgte Wahl zum Abgeordneten ab (damit keine Immunität) und verweigert ihm eine Amnestie. Danach beschließt Hecker in die Vereinigten Staaten auszuwandern.
  • Frühjahr 1849: während des zweiten badischen Aufstands kehrt er aus den USA zurück; doch als er in Straßburg ankommt, haben preußische Truppen die Revolution nun für viele Jahre endgültig niedergeschlagen. Hecker kehrt um.
  • Als amerikanischer Bürger und Farmer in Illinois schreibt Friedrich Hecker in zahlreichen deutschsprachigen Zeitungen der jungen Vereinigten Staaten und kämpft auch als Offizier im Amerikanischen Bürgerkrieg für die Union und gegen die Sklavenhalterei (1861 — 1864).

Ehrungen[Bearbeiten]

Daten und Orte[Bearbeiten]

  • 1868 bekam Hecker durch das Humboldt Medical College die Ehrendoktorwürde verliehen.
  • 1895: nach Hecker benannte sich das Dorf Hecker (Illinois) im Monroe County, das bis dahin Freedom hieß.
  • 1948: die Gemeinde Eichtersheim bringt am Heckerhaus (auch sein Geburtshaus) eine Gedenktafel an ihn an
  • Friedrich-Hecker-Schule in Sinsheim
  • Friedrich-Hecker-Gymnasium in Radolfzell am Bodensee
  • Friedrich-Hecker-Straße und Heckerstraßen gibt es in verschiedenen Gemeinden, unter anderem in Freiburg im Breisgau, Heidelberg, Karlsruhe-Knielingen, Schwetzingen und Waldshut-Tiengen.


Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Tobias Engelsing: Mit Sense und Pistole für die Republik. In: Die Zeit vom 19. Nov. 2010 (S. 48, auch online)
  • Alfred Georg Frei, Kurt Peter: Wegbereiter der Demokratie. Die badische Revolution 1848/49. Der Traum von der Freiheit, Verlag G. Braun, Karlsruhe 1997. ISBN 3-7650-8168-X
  • Sabine Freitag: Friedrich Hecker. Biographie eines Republikaners, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1998. ISBN 3-515-07296-9

Weblinks[Bearbeiten]