Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma

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Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in der Heidelberger Altstadt

Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma ist ein Geschichts-Museum in Heidelberg. Es dokumentiert in einer ständigen Ausstellung den nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma dokumentiert (Fachausdruck: Porajmos). Die nationale Minderheit der Sinti und Roma wurde zum Teil als minderwertige Zigeuner beschimpft. Deshalb ist das auch als Eigenname benutzte Wort Zigeuner oder Bohemien oder reisendes Volk nur mit Vorsicht vor solchen Ausgrenzungen zu benutzen.

Das Zentrum ist zeigte eine Ausstellung und ist auch an ständigen Ausstellungen in Kooperation mit dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau und in Buchenwald beteiligt. Es tritt immer wieder mit kulturellen Beiträge, die die Minderheit der Sinti und Roma u. a. auf den Gebieten Literatur, bildende Kunst und Musik erbracht hat, an die Öffentlichkeit.

Hier werden wissenschaftliche Tagungen und Seminare in Kooperation mit Fachleuten aus dem In- und Ausland durchgeführt. Das Zentrum ist auch als ein Ort der Begegnung und des Dialogs zum Thema Menschenrechte gedacht und als solcher aktiv. So können auch andere Minderheiten neben Sinti und Roma hier eine Stimme erhalten, die gegenwärtig Opfer von Diskriminierung und rassistischer Gewalt sind.

Romani Rose ist seit 1991 sein Leiter und seit 1979 der des Verbands "Zentralrat Deutscher Sinti und Roma".

Gebäude[Bearbeiten]

Das Zentrum ist in der Altstadt etwas unterhalb vom Schloss untergebracht. Das ehemalige historische Kaufmannsgebäude und Kino wurde mit Fördermitteln der Bundesregierung und durch das Land Baden-Württemberg für diesen Zweck vollständig umgebaut. Es wurde 1997 eingeweiht.


Zentralrat Deutscher Sinti und Roma[Bearbeiten]

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma ist eine politische Interessenvertretung mit Sitz in Heidelberg, die sich für die Belange der seit langem in Deutschland beheimateten Sinti und Roma deutscher Staatsbürgerschaft einsetzt. Der Zentralrat wurde 1982 gegründet und ist der politische Dachverband von 16 Mitgliedsvereinigungen, davon sind neun Landesverbände. Der Zentralrat führt immer wieder Gespräche mit den Bundes- und Landesregierungen zum Schutz vor Diskriminierung und zur Förderung als nationale Minderheit.

Europäischer Bürgerrechtspreis der Sinti und Roma[Bearbeiten]

  • 2012 waren Preisträger:
    • Thomas Hammarberg aus Schweden und
    • George Lacatus, Journalist aus Rumänien
T. Hammarberg ist ehemaliger Menschenrechtskommissar des Europarates. Lacatus tritt mit einer von ihm gegründeten Organisation gegen rassistische Berichterstattung in Zeitungen ein.
  • 2010 — Simone Veil ( war lange Präsidentin des Europäischen Parlamentes)
  • 2008 — Wladyslaw Bartoszewski (Historiker, Publizist, u.a. polnischer Botschafter in Wien, Außenminister)

Der Preis wurde vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma zusammen mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma und der Manfred-Lautenschläger-Stiftung am 17. November 2007 begründet.

Adresse[Bearbeiten]

Bremeneckgasse 2
69117 Heidelberg
Telefon: (0 62 21) 98 11 02
Telefax: (0 62 21) 98 11 77
E-Mail: info(a)sintiundroma.de

Das nächste Parkhaus ist in der Bergbahn, 50 m.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ilona Lagrene, Michail Krausnick: Die Verfolgung der Heidelberger Sinti-Familien während der NS-Zeit. Vortrag zum 50. Gedenktag der Befreiung von Auschwitz. S. 147-157. In: Heidelberger Geschichtsverein e.V. (Hrsg.): Heidelberg. Jahrbuch zur Geschichte der Stadt. Nr. 11 (2006/07). Verlag Dr. Lehmann, Heidelberg. ISBN 3-924566-27-5

Publikationen des Zentrums[Bearbeiten]

  • Romani Rose (Hrsg.), Frank Reuter, Silvio Peritore (Bearb.): "Den Rauch hatten wir täglich vor Augen." Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg. 1999. ISBN 3-88423-142-1 ( Katalog zur HDer Dauerausstellung; soll auch broschiert erscheinen).
  • Romani Rose (Hrsg.): "Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma". Heidelberg. ISBN 3-929446-14-6 . Katalog der ständigen Ausstellung im Staatlichen Museum Auschwitz

Weblinks[Bearbeiten]