Ernst Troeltsch

Aus dem Rhein-Neckar-Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Ernst Troeltsch (*17. Februar 1865 Haunstetten, †1. Februar 1923 Berlin) war Theologe, Philosoph, Hochschullehrer an der Universität Heidelberg und Politiker.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nach seiner Zeit als Privatdozent in Göttingen (ab 1891) wurde Troeltsch 1892 ordentlicher Professor für Systematische Theologie in Bonn, danach ab 1894 ordentlicher Professor für Systematische Theologie in Heidelberg.

1908 nahm er am III. Internationale Kongreß für Philosophie in Heidelberg teil.

1912 wurde er korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.

Am 2. August 1914 nahm Troeltsch an der Großen Vaterländischen Kundgebung in der Stadthalle Heidelberg teil. Aufgerufen hatte dazu am Tag vorher der Senat der Universität. Als Redner trat Troeltsch neben Oberbürgermeister Ernst Walz, Prorektor Eberhard Gothein und dem Historiker Hermann Oncken auf. („Nach Erklärung der Mobilmachung“))

Am 3. November 1914 hielt Troeltsch eine Rede mit dem Titel „Unser Volksheer“ in der vaterländischen Versammlung im Nibelungensaal zu Mannheim (Schlußwort: „Wir halten durch bis zum Ende, das uns Rettung und sicheren Frieden bringen wird“).

Die auch von Troeltsch unterzeichnete Delbrück-Dernburg-Petition vom 8. Juli 1915 an Reichskanzler Bethmann Hollweg in Reaktion auf die Seeberg-Adresse trat für einen Verständigungsfrieden ein (von 140 Hochschullehrern und Intellektuellen unterzeichnet, darunter Max Weber, Alfred Weber, Adolf von Harnack, Ernst Troeltsch)

Im März 1915 wurde er ordentlicher Professor für Philosophie in Berlin.

1917 zählte er zu den Mitgründern des Volksbundes für Freiheit und Vaterland.

1919-1921 war Troeltsch für die Deutsche Demokratische Partei (DDP) Mitglied der verfassunggebenden preußischen Landesversammlung.

Von 1919-1922 fungierte Troeltsch als Unterstaatssekretär für evangelische Angelegenheiten im preußischen Kultusministerium.

Eine Gedenkstätte in der Villa Gervinus (Ziegelhäuser Landstraße 17) erinnert an ihn und an Alfred Weber.

Schriften[Bearbeiten]

  • Die Absolutheit des Christentums und die Religionsgeschichte, 1902
  • Nach Erklärung der Mobilmachung. Rede gehalten bei der von Stadt und Universität einberufenen vaterländischen Versammlung am 3. August 1914, Heidelberg 1914
  • Unser Volksheer. Rede, gehalten am 3. November 1914 in der vaterländischen Versammlung im Nibelungensaale zu Mannheim, Heidelberg 1914
  • Deutscher Glaube und deutsche Sitte in unserem großen Kriege, Berlin 1914

Weblinks[Bearbeiten]