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Victor Mordechai Goldschmidt (geboren am 10. Februar 1853 in Mainz; gestorben am 8. Mai 1933 in Salzburg (Urne auf dem Heidelberger Bergfriedhof beigesetzt)) war Hütteningenieur, Mineraloge, Kristallograph, Naturphilosoph, Sammler, Mäzen und Hochschullehrer.

Sein Vater war der Kaufmann Salomon Benedikt Goldschmidt (1818-1906), seine Mutter Josephine Goldschmidt, geb. von Portheim (1822-1869).

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Goldschmidt studierte seit 1871 das Hüttenfach an der Bergakademie Freiberg in Sachsen und erwarb dort 1874 sein Diplom als Hütteningenieur.

1875 diente er als Einjährig-Freiwilliger; er erlangte den Dienstgrad eines Oberleutnant der Reserve..

1880n wurde Goldschmidt bei Heinrich Rosenbusch (1836-1914) in Heidelberg über mechanische Gesteinsanalyse promoviert. Es erfolgte ein weiteres Studium in Wien von 1882 bis 1887. Ab 1887 lebte er als : freier Wissenschaftler in Heidelberg,. 1888: habilitierte er sich bei Heinrich Rosenbusch (1836-1914) in Heidelberg über „Projection und graphische Krystallbrechung“.

1888: gründete er das Institut für Mineralogie und Krystallographie. 1893 wurde er Honorarprofessor der Universität Heidelberg.

In den Jahren 1894 und 1895 unternahm Gdoldschmidt Reisen nach Nordamerika, Japan, China, Ceylon, Indien, und Ägypten.

1895 verlegte er das Institut für Mineralogie und Krystallographie von seiner Privatwohnung in die Hauptstraße 48 (östliche Ecke Akademiestraße 1).

1901 veröffentlichte er die Schrift „Über Harmonie und Komplikation".

1909 wurde er ordentlicher Honorarprofessor der Universität Heidelberg.


1913 wurde Goldschmidt Mitglied der Akademie der Wissenschaften Heidelberg.

1913: Schenkung von 10.000 Mark an die Universitätsbibliothek Heidelberg

29. Dezember 1916: Goldschmidt stiftet in einem Schreiben an die Universität Heidelberg derselben 100.000 Mark für eine Professur oder ein Institut der Naturwissenschaften oder der Sprachvergleichung, für die Universitätsbibliothek u.a.

1917: Ernennung zum geheimen Hofrat

Mai 1896: Umzug der Wohnung nach Gaisbergstraße 9 (1917 gekauft?) (am 25. Februar 1945 zerstört)

1919: gründet mit seiner Frau die Josefine-und-Eduard-von-Portheim-Stiftung für Wissenschaft und Kunst

1921: Prinz Wilhelm von Sachsen-Weimar-Eisenach verkauft das Freudenbergsche Haus um 350.000 Goldmark an Goldschmidt. Goldschmidt und seine Frau Leontine erwerben das Haus für die Josefine und Eduard von Portheim-Stiftung für Wissenschaft und Kunst.

10. Februar 1923: kleine musikalische Feier der Von-Portheim-Stiftung im Palais Weimar anläßlich des 70. Geburtstags Victor Goldschmidts

1923: Ehrenmitglied des Naturhistorisch-Medizinischen Verein Heidelberg

1926: verhandelt mit der Stadt Freiburg und schlägt die gemeinsame Einrichtung eines Völkerkundemuseums vor

1928: verhandelt mit der Stadt Heidelberg und schlägt die gemeinsame Einrichtung eines Völkerkundemuseums vor

1929?: setzt Prof. Dr. Ferdinand Herrmann (1904-1974) als Leiter der Sammlungen ein (mit Unterbrechung im Krieg bis 1969)

1931: Gründung der „Goldschmidt Familienstiftung zur Unterstützung würdiger Nachkommen der Eltern der Stifter bis zu ihren Urenkeln“ in St. Gallen (1935 nach Heidelberg verlegt)

November 1932: die Goldschmidts reisen über England nach Salzburg

8. Februar 1933: Universitätsrektor Willy Andreas versichert in einem Brief an Goldschmidt anläßlich von dessen 80. Geburtstag, díe Portheim-Stiftung werde "stets ein Ruhmesblatt in der Geschichte unserer Ruperta-Carola bilden"

20. April 1933: Universitätsrektor Willy Andreas beurlaubt Goldschmidt als o. Honorarprofessor bis auf weiteres

8. Mai 1933: stirbt in Salzburg

10. Mai 1933: Universitätsrektor Willy Andreas kondoliert Goldschmidts Witwe und versichert ihr, das "die Ruperta-Carola das Andenken an ihren bedeutenden Lehrer stets in hohen Ehren halten werde"

13. Mai 1933: Trauerfeier der Universität Heidelberg für Victor Goldschmidt

1933: das Kuratorium der Von-Portheim-Stiftung gibt seinem Mineralogisch-Kristallographischen Institut den Namen Victor-Goldschmidt-Institut für Kristallforschung

1935: der Verwaltungsrat der Von-Portheim-Stiftung wird umbesetzt. Leontine Goldschmidt wird aus der Leitung der Stiftung entfernt

1939: das Victor-Goldschmidt-Institut für Kristallforschung der von Portheim-Stiftung wird aufgelöst und als kristallographische Abteilung in das Mineralogisch-Petrographische Institut der Universität eingegliedert.

1941: Umbenennung der Stiftung in „Heidelberger Stiftung für Kunst und Wissenschaft“

25. August 1942: Leontine Goldschmidt begeht angesichts der drohenden Deportation nach Theresienstadt mit 79 Jahren in ihrer Wohnung im Haus des Augenarztes Prof. Dr. Martin Zade, Leopoldstraße 12 (1877-1944), der 1939 emigriert war, Selbstmord. Der gesamte Hausrat mit dem Nachlaß ihres Mannes gerät in die Hände der Gestapo.

13. Mai 2006: Victor Goldschmidt: Klingende Kristalle und kristalline Weltordnung (Vortrag von Dr. Rainer Hawlik und Sandra Manhartseder im Völkerkundemuseum)

27. März 2007: der Rechtsanwalt Jobst Wellensiek wird Leiter des Kuratoriums der "Josefine-und-Eduard-von-Portheim-Stiftung für Wissenschaft und Kunst" (Vorgängerin seit 1992: OB Beate Weber)

19. September 2007: Die Universität Heidelberg gibt der „Josefine-und-Eduard-von-Portheim-Stiftung für Wissenschaft und Kunst“ die Handschrift Der Herzog von Braunschweig, entstanden um 1460, fünf Inkunabeln und 26 weitere alte Drucke (darunter Bibeln, Schriften von Abraham a Santa Clara, Martin Luther und Boccaccio), die 1936 unter zweifelhaften Umständen an die Universität kamen, zurück. Die Schriften werden der Universitätsbibliothek Heidelberg als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.

September 2007: der Heidelberger Historiker Prof. Frank Engehausen, der im Auftrag der Stadt, der Universität Heidelberg und des Wissenschaftsministeriums die Geschichte der Josefine-und-Eduard-von-Portheim-Stiftung für Wissenschaft und Kunst von 1919 bis 1955 erforscht hat, kommt zu dem Ergebnis, daß die Stadt sich während der NS-Zeit nicht am Immobilien-Vermögen der Stiftung bereichert hat (vgl. 19. September 2007)

30. November 2007: Renate Marzolff, Leontine und Victor Goldschmidt (Buchvorstellung in der Buchhandlung Himmelheber)



Wohnhaus: Gaisbergstraße 9 (1945 zerstört)

Privatleben[Bearbeiten]

20. Dezember 1888: Heirat mit seiner Cousine Leontine Porges Edle von Portheim




Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Atlas der Krystallformen (1913-1923)
  • Farben in der Kunst (Heidelberger kunstgeschichtliche Abhandlungen, herausgegeben von Karl Lohmeyer), Heidelberg 11919, 21929

Ehrungen[Bearbeiten]

  • 1910: Ritterkreuz I. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen
  • November 2011: die Treitschkestraße (Weststadt) wird in Goldschmidtstraße umbenannt

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]