August Grisebach

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August Grisebach (* 4. April 1881 in Berlin; † 24. März 1950 in Heidelberg) war Kunsthistoriker.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nach dem Studium in Berlin, insbesondere dem Studium der Kunstgeschichte bei Heinrich Wölfflin und der Promotion ging Grisebach nach Karlsruhe, wo er über seine Habilitationsschrift "Der Garten" habilitiert wurde. Es folgten Professuren in Hannover und Breslau sowie ein Aufenthalt in den Jahren 1929 bis 1930 als wissenschaftlicher Gast an der Bibliottheca Hertziana in Rom.

Im Jahr 1930 wurde Grisebach als Nachfolger von Carl Neumann auf den Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Universität Heidelberg berufen.

Grisebach war seit 1924 in zweiter Ehe mit Hanna Blumenthal (1899–1988) verheiratet. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten war Grisebach behördlichen Verfolgungsmaßnahmen ausgesetzt. Nachdem Versuche, ihn auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums zu entlassen, änderte sich die Lage mit den Nürnberger Gesetzen. Grisebach galt nun wegen seiner Frau Hanna als "jüdisch versippt". Er wurde im Jahr 1937 zwangsemeritiert und zog mit Frau, Sohn und Tochter nach Potsdam.

1946 kehrte Grisebach nach Heidelberg zurück, er wurde im März 1947 wieder in sein Amt eingesetzt, d.h. die Zurruhesetzug wurde in eine Emeritierung mit allen Rechten umgewandelt. 1947 wurde er in die Heidelberger Akademie der Wissenschaften aufgenommen.

Grisebach, der von 1931 bis 1933 Vorsitzender des Heidelberger Kunstvereins gewesen war, wurde wieder von 1947 bis 1949 Vorsitzender dieses Vereins.

Er starb 1950. Das Grab befindet sich auf dem Heidelberger Bergfriedhof.

Literatur[Bearbeiten]

  • Golo Maurer, August Grisebach (1881-1950) - Kunsthistoriker in Deutschland, Ruhpolding 2007; Rezension im Jahrbuch zur Geschichte der Stadt, herausgegeben vom Heidelberger Geschichtsverein 2009, S. 20 ff. und in Rhein-Neckar-Zeitung vom 25. 10. 2007
  • Peter Betthausen, Peter H. Feist, Metzler Kunsthistoriker Lexikon. Zweihundert Porträts deutschsprachiger Autoren aus vier Jahrhunderten, 1998, S. 133-135
  • Leena Ruuskanen, Der Heidelberger Bergfriedhof. Kulturgeschichte und Grabkultur. Ausgewählte Grabstätten, Hedelberg 1992, S. 233f.
  • Ulrike Wendland, Biographisches Handbuch deutschsprachiger Kunsthistoriker im Exil. Leben und Werk der unter dem Nationalsozialismus verfolgten und vertriebenen Wissenschaftler 1999, S. 243–245

Weblinks[Bearbeiten]