Felix Hecht

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Felix Hecht , *27. November 1847 in Friedberg (Hessen), gest. 18. Oktober 1909 auf der Reise zwischen Eisenach und Weimar, war Bankier und Kulturmäzen in Mannheim.

Leben und beruflicher Werdegang[Bearbeiten]

Die Eltern von Felix Hecht waren der Handelsmann und Auswanderungsagent Baruch Hecht in Frankfurt und dessen Ehefrau Betty, geb. Adler.

Hecht studierte Rechts- und Sozialwissenschaften in Gießen, Göttingen und Heidelberg, er promovierte 1867 in Göttingen. In Heidelberg habilitierte er sich 1869 über die Geschichte der Inhaberpapiere in den Niederlanden. Mit seinem Lehrer Bluntschli war er befreundet.

Bluntschli empfahl Hecht 1871 als ersten Direktor der damals gegründeten Rheinischen Hypothekenbank in Mannheim.

Während Hecht die Bank in der Aufbauphase leitete, was eigentlich die volle Aufmerksamkeit erfordert hätte, hielt er weiter Vorlesungen an der Universität Heidelberg, bis er die Vorlesungen auf Drängen von Presse und Arbeitgeber 1872 aufgab, jedoch weiter wissenschaftlich tätig blieb, was sich in wichtigen Büchern zur Geschichte des Bankwesens, zu Fragen des ländlichen Darlehens, zu Problemen genossenschaftlicher Kreditorganisationen und zur Anlage von Mündel- und Stiftungsgeldern niederschlug. Die Arbeiten Hechts haben die moderne Bankbetriebslehre noch lange Zeit beeinflusst.

das Privatleben[Bearbeiten]

1875 heiratete Felix Hecht die aus Mainz stammende Helene Bamberger. Zusammen mit Helene Hecht erbaute er in Mannheim in L10,1 eine Villa, heute Villa Hecht genannt, die zu einem der damaligen kulturellen Zentren Mannheims wurde.

Die Eheleute Hecht waren mit Johannes Brahms befreundet, der bei Besuchen in Mannheim in der Villa Hecht zu Gast war. Die Ehefrau Helene unterhielt einen Salon, in dem sich, jedenfalls zur Jahrhundertwende, wichtige Persönlichkeiten des kulturellen Lebens - nicht nur aus Mannheim - trafen, so zum Beispiel auch Franz von Lenbach, der Helene Hecht porträtierte. 1899 beteiligte sich das Ehepaar an der Gründung der Hochschule für Musik.

Das Ehepaar Hecht hatte zwei Söhne.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Mündel- und Stiftungsgelder in den deutschen Staaten, 1875
  • Bankwesen und Bankpolitik in den süddeutschen Staaten, 1880
  • Die Organisation des Bodenkredits in Deutschland, 1891/1903
  • Der Europäische Bodenkredit, 1900, nur der erste Band erschienen

Briefe Hechts befinden sich im Nachlaß Bluntschli in der Staatsbibliothek in Zürich.

Quellen und weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Deutsche Biographie, NDB-Artikel Hecht, Felix
  • Bernhard Kirchgässner, Felix Hecht und die Rheinische Hypothekenbank zu Mannheim in der Aufbauphase des Deutschen Realkreditsystems, in: Hanns Hubert Hofmann (Hg.), Bankherren und Bankiers: Büdinger Vorträge 1976, Starke, Limburg/Lahn 1978, S. 45-84
  • Karl Ott Watzinger, Artikel Felix Hecht in Geschichte der Juden in Mannheim 1650 -1945, Kohlhammer, Stuttgart u.a. 1984, S. 97-98