Karl Geiler

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Karl Geiler (* 10. August 1878 in Schönau im Schwarzwald; † 14. September 1953 in Heidelberg) war Rechtswissenschaftler und Politiker (SPD).

Geiler studierte in Freiburg im Breisgau, Berlin und Heidelberg Rechtswissenschaft. Im Deutschen Reich war er einer der gesuchtesten Wirtschaftsanwälte, der bedeutende wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Gesellschafts-, des Konzern- und des Kartellrechts leistete. Bereits 1907 hatte Geiler an der Gründung der Handelshochschule Mannheim mitgewirkt. An ihr lehrte er viele Jahre, bis er 1921 als Professor für Wirtschafts- und Finanzrecht an die Universität Heidelberg berufen wurde. Da seine Ehefrau Charlotte Hirsch wegen ihres jüdischen Vaters nach den Kategorien der nationalsozialistischen Rasseideologie als "Halbjüdin" galt und wegen seiner zahlreichen Kontakte zu jüdischen Kollegen wurde ihm 1939 die Lehrbefugnis entzogen. Aus dem Nationalsozialistischen Rechtswahrerbund (NSRB) (für Juristen war die Mitgliedschaft faktisch die Voraussetzung für die weitere Berufsausübung) war er als "jüdisch versippt" 1934 aus der Liste dieser Berufsvereinigung gelöscht worden, 1937 wurde er jedoch wieder aufgenommen.[1]

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Geiler einer der "Männer der ersten Stunde". Die amerikanischen Besatzungsbehörden setzten ihn als ersten Ministerpräsidenten des von ihnen gebildeten Landes Groß-Hessen ein. Das Amt übte Geiler von 1945 bis Ende 1947 aus. Sein gewählter Nachfolger wurde der Sozialdemokrat Christian Stock.

Ab 1947 lehrte Geiler wieder an der Universität Heidelberg. 1948/49 war er Rektor.

Das Grab befindet sich auf dem Heidelberger Bergfriedhof.

Literatur[Bearbeiten]

  • Leeni Ruuskanen, Der Heidelberger Bergfriedhof im Wandel der Zeit, Ubstadt-Weiher 2008, S. 184 f.
  • Angela Borgstedt, Badische Anwaltschaft und sozioprofessionells Milieu in Monarchie, Republik und totalitärer Diktatur 1864 - 1945, Verlag der Gesellschaft für Kulturhistorische Dokumentation, Karlsruhe 2012

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Borgstedt, Badische Anwaltschaft, S. 297.


Weblinks[Bearbeiten]