Martin-Buber-Haus

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Martin-Buber-Haus
Gedenktafel am Haus

Das Martin-Buber-Haus in Heppenheim ist Sitz des Internationalen Rats der Christen und Juden, der Dachorganisation von weltweit 38 nationalen christlich-jüdischen und interreligiösen Dialogvereinigungen. Es befindet sich an der Ecke Werlestraße/Graben.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Haus entstand Ende des 19. Jahrhunderts für den Großherzoglichen Kreisarzt Dr. Scotti. 1916 zog der Religionsphilosoph Martin Buber zunächst als Mieter in das Haus, später kaufte er es. Mit ihm zog seine Frau Paula und ihr Sohn Rafael ein, später wohnten Rafaels Töchter Barbara und Anna Judith mit im Haus. Das Erdgeschoss beinhaltete Salon, zwei Arbeitszimmer, Küche, Esszimmer und Teezimmer. im Obergeschoss lagen die Schlafräume und Bubers Bücherkammer.

Im März 1938 floh die Familie nach Jerusalem, beließ die Einrichtung aber im Haus, da eine Rückkehr zu einem späteren Zeitpunkt geplant war. Nach der Reichspogromnacht im November des selben Jahres war diese Option jedoch ausgeschlossen, die Verwüstungen im Haus wurden Buber in Rechnung gestellt. Da dieser nicht bezahlen konnte, wurde das Haus zwangsversteigert und diente verschiedenen Behörden als Sitz. 1951 verzichtete die Familie Buber gegen Zahlung einer Entschädigung auf Rückgabe des Hauses, so dass es in Besitz des Kreises Bergstraße verblieb, welcher es weiterhin als Behördensitz nutzte.

In den 1970er Jahren wurde ein Abriss des Hauses diskutiert, wogegen sich Widerstand in der Heppenheimer Bevölkerung regte. 1976 wurde es schließlich vom Land Hessen unter Denkmalschutz gestellt, unter der Bedingung, das Haus im Sinne Bubers weiterzuverwenden.

1979 verlegte der Internationale Rat der Christen und Juden seinen Hauptsitz von London nach Heppenheim und zog in das Haus. Für den Unterhalt kommt der Kreis Bergstraße auf.

Lage[Bearbeiten]

„Martin-Buber-Haus” im Stadtplan: