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Goldfisch war nur ein Tarnname für das geheime Auslagerungsprojekt des Flugmotorenwerks Daimler-Benz Motoren GmbH in Genshagen. | ''Goldfisch'' war nur ein Tarnname für das geheime Auslagerungsprojekt des Flugmotorenwerks Daimler-Benz Motoren GmbH in Genshagen an einen unterirdischen Standort in Süddeutschland. Das Werk war ein Tochterunternehmen der Daimler-Benz AG Stuttgart. Ziel war eine Verlegung der Produktion in das neu auszubauende [[KZ Neckarelz|Konzentrationslager Mosbach-Neckarelz]]. Dies geschah von März 1944 bis März 1945. Dabei handelte es sich aus Sicht von SS und Wehrmachtsführung formell um ein Außenlager des inzwischen ins Neckartal zu verlagernde KZ Natzweiler-Struthof. Denn in Frankreich waren nach der Invasion im Juni die Alliierten auf einem raschen Vormarsch zur deutschen Grenze. Dieses KZ betrieb u. a. mehrere Bergwerks-Stollen bei Obrigheim, in denen Daimler-Benz-Flugmotoren in Zwangsarbeit gefertigt wurden bzw. werden sollten. | ||
== Die Flucht von Vinzenz Rose == | |||
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Ein gelungener Fluchtversuch aus dem Sperrbereich des [[Konzentrationslager Neckarelz|Konzentrationslagers Mosbach-Neckarelz]]. | |||
Am 30. August 1944 gelang es Oskar Rose, seinen Bruder Vinzenz aus dem Lager Neckarelz zu befreien. Die beiden überlebten das Kriegsende in der Illegalität. Nach 1945 setzten sich Oskar und Vinzenz Rose weiter gegen die anhaltende Benachteiligung ihrer Minderheit ein. Nach dem Tod seines Bruders Oskar führte Vinzenz Rose die Anstrengungen zur politischen Anerkennung der nationalsozialistischen Verbrechen an der Minderheit fort. 1974 errichtete er mit eigenen Mitteln ein Mahnmal auf dem Gelände des ehemaligen »Zigeunerfamilienlagers« in Auschwitz-Birkenau. 1978 erhielt er für seine Bemühungen um die Verständigung und Aussöhnung mit der Mehrheitsbevölkerung als erster Sinto das Bundesverdienstkreuz. | |||
* als eine Referenz: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/mannheim/realschueler-aus-obrigheim-organisieren-ausstellung-zu-vinzenz-rose-100.html | |||
* https://www.romarchive.eu/de/collection/p/vinzenz-rose/ | |||
==Zeitachse== | ==Zeitachse== | ||
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Ab Mitte März 1944 arbeiteten die KZ-Häftlinge dort Tag und Nacht in zwei Schichten. Sie mussten die Baustelle einrichten und 50.000 m² Bodenfläche ausbetonieren. Auch im Außenbereich der Stollen errichteten sie weitere Gebäude und Bahnanlagen. | Ab Mitte März 1944 arbeiteten die KZ-Häftlinge dort Tag und Nacht in zwei Schichten. Sie mussten die Baustelle einrichten und 50.000 m² Bodenfläche ausbetonieren. Auch im Außenbereich der Stollen errichteten sie weitere Gebäude und Bahnanlagen. | ||
Am 26. Juni 1944 trafen die ersten Maschinen aus Genshagen ein | Am 26. Juni 1944 trafen die ersten Maschinen aus Genshagen ein | ||
Im Oktober 1944 wurden die ersten Flugzeugmotoren der Fa. Benz ausgeliefert | Im Oktober 1944 wurden die ersten Flugzeugmotoren der Fa. Benz ausgeliefert | ||
Im November 1944 wurde die SS-Kommandantur des gesamten KZ-Komplexes um diese unterirdische Waffenfabrik nach [[Guttenbach]] verlegt. | Im November 1944 wurde die SS-Kommandantur (vormals Natzweiler) des gesamten KZ-Komplexes um diese unterirdische Waffenfabrik nach [[Guttenbach]] verlegt. | ||
===[[Das Ende des Konzentrationslagers Mosbach-Neckarelz und seiner Nebenlager]]=== | |||
Der Betrieb der unterirdischen Produktion | 23. März 1945 - Der Betrieb der unterirdischen Produktion endet | ||
Ab 28. März 1945 - das Wort ''Evakuierung'' tarnt die für viele tödliche Deportation der KZ-Häftlinge ins KZ München-Dachau (Todesmarsch und Todeszug; Endphasenverbrechen) | Ab 28. März 1945 - das Wort ''Evakuierung'' tarnt die für viele tödliche Deportation der KZ-Häftlinge ins KZ München-Dachau (Todesmarsch und Todeszug; Endphasenverbrechen) | ||
Ein Zug mit ca. 200 weiblichen KZ-Gefangenen verschwindet unter ungeklärten Umständen | |||
Am 2. April 1945 wurden die Orte Mosbach, Neckarelz und Obrigheim von amerikanischen Truppen besetzt und noch einige wenige bei den unterirdischen Produktionsanlagen zurückgebliebene KZ-Häftlinge befreit. Am 2. April 1945 werden auch die verlassenen anderen verschiednen Teile des KZ und seiner Fabrik um Mosbach befreit. | |||
Über 800 Gefangene konnten am 3. April von amerikanischen Truppen aus dem Zug zwischen Adelsheim und Osterburken im Kirnautal befreit werden. | |||
==Weblinks== | ==Weblinks== | ||
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