Philipp Friedrich Grünagel

Aus dem Rhein-Neckar-Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Philipp Friedrich Grünagel (* 30. April 1901 in Zweibrücken; † 13. April 1983 in Wachenheim) war protestantischer Pfarrer

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn eines Prokuristen studierte Theologie in Bonn, Tübingen und Utrecht und promovierte im Jahr 1923. Sein erstes Examen legte er im September 1924 in Speyer ab. In seiner Studienzeit war Grünagel aktiv in der Burschenschaft tätig.

Es folgte bis 1926 eine Vikariatsstelle in Neustadt an der Haardt. Nachdem Grünagel kurzzeitig in Kaiserslautern tätig war, wurde er nach Landau versetzt, bis er im Mai 1927 in Speyer sein zweites Examen ablegte.

Seine erste Pfarrstelle übernahm Grünagel im selben Jahr im pfälzischen Theisbergstegen. 1929 übernahm er die Pfarrei in Böbingen. 1932 bewarb er sich auf Anregung des späteren Reichsjugendpfarrers Zahn erfolgreich auf eine freie Pfarrstelle in Aachen. Dort wurde er, ab Mai 1933 NSDAP-Mitglied, zu einem Wortführer der regionalen NS-nahen "Deutschen Christen".

Unter anderem regte er eine Vereinigung der Rheinländischen und der Pfälzischen Landeskirchen an. In zahlreichen Schriften wurde er als Herausgeber oder Verfasser aktiv. Ab 1936 tat er sich dabei offen völkisch und antisemitisch hervor.Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde er, da er als Reserveoffizier gelistet war, zum Kriegsdienst eingezogen.

Nach Kriegsende versuchte er, seine Aachener Pfarrstelle wieder zu übernehmen. Wegen seiner NS-Nähe wurde ihm dies verwehrt. Zunächst wurde er beurlaubt und dann in Wartestand versetzt. Verschiedene Möglichkeiten einer neuen Pfarrstelle schlug er aus und zog mit seiner Familie nach Wachenheim und hoffte, eine ihm genehme Pfarrstelle in der pfälzischen Landeskirche zu erhalten. Unter anderem erhielt er Zuspruch vom Landauer Pfarrer Hans Stempel. Dennoch wurde er von der Landeskirche abgelehnt, auch eine Klage bei der Militärregierung änderte daran nichts.

Schlussendlich konnte er Anfang 1951 in Duisburg eine Pfarrstelle übernehmen. Da er diese nur widerwillig ausübte und er für die Badische Landeskirche rehabilitiert war, zog Grünagel den dortigen Dienst vor. 1952 ging er als Gymnasiallehrer nach Mannheim. 1953 wurde er schließlich Pfarrer in [[Weinheim] was er bis zu seiner Pensionierung 1964 blieb.

Parallel dazu war er weiterhin publizistisch tätig, letztmalig 1970. Er starb im April 1983 in Wachenheim.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Mühling: Zwischen Pfälzer und Rheinischer Kirche - Der DC-Pfarrer Philipp Friedrich Grünagel (erschienen in "Blätter für pfälzische Kirchengeschichte und religiöse Volkskunde, Jahrgang 92, verlag regionalkultur, ISBN 978-3-95505-575-2)