Rudi Baerwind

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Rudi Baerwind (geboren 1910 in Mannheim; gestorben 1982 ebenda) war ein deutscher Maler, Bildhauer und Illustrator.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nach abgeschlossenem Abitur im Jahr 1929 begann Baerwind in Berlin, München und Paris ein Kunststudium. 1936 siedelte er nach Paris um, nachdem eine Auftragsarbeit von den Nationalsozialisten in Misskredit gebracht wurde. Bis Kriegsbeginn pendelte er zwischen Paris und Mannheim. Schließlich musste er als Soldat an die Ostfront und geriet dort in Kriegsgefangenschaft. 1945 gelang ihm die Flucht.

Nach Kriegsende setzte er sich für einen Neuanfang in der deutschen Malerei ein. Das Deutsch-Französchische Verhältnis wurde zu einem zentralen Thema. Rudi Baerwind stellte oft in Frankreich aus.

In Mannheim, L7 gründete er 1968 ein sogenanntes "Symposium der Künste". In L8 entstand zudem der „Mannheimer Salon“, der als Begegnungsstätte für Künstler und Kunstinteressierte fungierte.

Baerwind lebte offen schwul, weswegen er 1955 und 1959 für jeweils mehrere Tage in Haft saß. Ihm wurde Verstoß gegen §175 StGB vorgeworfen, welcher sexuelle handlungen zwischen Männern unter Strafe stellte. Baerwind nannte die Verurteilungen „Hexenjagd“. Seine Zeit in Haft verarbeitete er auch künstlerisch, zuum Beispiel im in sehr dunklen Farben gehaltenen Gemälde „Knastbild“ von 1960.

Ehrungen[Bearbeiten]

  • Grand Prix International de France (1972)
  • Schillerplakette (1975)
  • Bundesverdienstkreuz am Bande (1976)

Der Rudi Baerwind-Preis[Bearbeiten]

Die "Rudi-Baerwind-Stiftung" vergibt den "Rudi Baerwind-Preis". Träger 2013 wurden die Mannheimer Künstler Philipp Morlock und Myriam Holme.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudi Baerwind - Leben und Werk 1910 - 1982. Hrsg. Ursula Dann u. A. München, 2010, ISBN 978-3-7774-3151-2
  • Rudi Baerwind - "Porträts: 1929 - 1976". Texte: Heinz Fuchs und Gerd-Niels Wötzel. 1976, Druckhaus Schwaben
  • "Baerwind - Ich bin Maler - und basta". Bildband mit Beiträgen von Michel Tapié de Celeyran, Wolfgang Sauré, Gerd-Niels Wötzel und zeitgenössischen Kritikern. 1974, Südwestdeutsche Verlagsanstalt, Mannheim

Weblinks[Bearbeiten]