Christina Beckenbach

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Christina Beckenbach, geb. Quick (geboren 1815, gestorben 1844 in Heidelberg), war die letzte Person, die in Heidelberg öffentlich hingerichtet wurde.

Christina Quick war in Wilhelmsfeld zu Hause. Sie besuchte die Schule nur unregelmäßig, sie lernte nie lesen und konnte ihren Namen nur mit Mühen schreiben. Bereits mit 17 Jahren bekam sie ihr erstes Kind, drei weitere folgten. Im Spätjahr 1842 heiratete sie den Witwer Adam Johann Beckenbach aus Heubach. Dieser erkannte die vier nichtehelichen Söhne seiner Frau als seine an.

Offenbar gab es oft Streit in der Ehe. Christina Beckenbach streute eines Tages arsenhaltiges Mäusegift in die Sauermilchsuppe, die sie am Morgen ihrem Mann zu essen gab. Auf dem Weg zur Arbeit starb ihr Mann. In der Nähe der Holdermannseiche wurde der Leichnam von Vorübergehenden gefunden. Christina Beckenbach kam in Untersuchungshaft. Im Mordprozess wurde sie zum Tode verurteilt. Am 22. Januar 1844 wurde sie öffentlich enthauptet. Der Scharfrichter, der die Hinrichtung mit dem Schwert durchführte, kam aus Ettlingen angereist. Der Leichnam wurde, wie damals üblich, der Anatomie zur Verfügung gestellt. Die bei der Enthauptung durchtrennte Halswirbelsäule wird bis heute im Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universität Heidelberg aufbewahrt.

Eine Ausstellung in der Zweigstelle der Universitätsbibliothek Heidelberg Im Neuenheimer Feld 386 im November 2018 erinnerte an den Vorgang. Das damals verwendete Richtschwert, das sich sonst im Ettlinger Stadtmuseum befindet, wurde ebenfalls gezeigt (Leihgabe).

Literatur, Zeitungsartikel[Bearbeiten]

  • Manfred Bechtel, Zeugnis einer blutigen Historie. Die letzte Hinrichtung mit dem Schwert war die Todesstrafe für eine Giftmörderin - Ausstellung im Anatomischen Institut, in: Rhein-Neckar-Zeitung vom 20. November 2018 (Blick in die Stadtteile)