Karl Jaspers

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Karl Jaspers (1946)

'Karl Theodor Jaspers (* 23. Februar 1883 in Oldenburg; † 26. Februar 1969 in Basel) war Psychiater und Philosoph, der lange Zeit an der Universität Heidelberg lehrte und wirkte.


Jaspers studierte in den Jahren 1901 bis 1902 Jura in Heidelberg, ab 1906 Medizin, ebenfalls in Heidelberg. Die Promotion erfolgte 1908, die Approbation als Arzt 1909. In den Jahren 1913 bis 1914 habilitierte sich Jaspers in Psychologie. Ab 1914 lehrte er in diesem Fach. 1916 wurde er Extraordinarius für Psychologie an der Universität Heidelberg, von 1922 bis 1937 war er Ordinarius. Er wohnte damals im Haus Plöck 66.


Hannah Arendt (1906-1975) promovierte 1928 bei Jaspers über den „Liebesbegriff bei Augustin“.

1937 erhielt er Lehrverbot und wurde zwangsweise emeritiert, weil er mit einer Jüdin verheiratet war.

Nach der Beendigung der nationalsozialistischen Herrschaft hatte Jaspers von 1945 bis 1947 erneut einen Lehrstuhl für Philosophie in Heidelberg inne.

Enttäuscht über die politische und kulturelle Entwicklung in Deutschland ging Jaspers in die Schweiz, in Basel wurde er 1947 Ordinarius für Philosophie und lehrte dort bis 1961.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Allgemeine Psychopathologie. Ein Leitfaden für Studierende, Ärzte und Psychologen. 1. Auflage: Springer, Berlin 1913, ²1920, ³1923; 4., völlig neu bearbeitete Auflage: Berlin und Heidelberg 1946; seitdem zahlreiche weitere unveränderte Auflagen, ISBN 3-540-03340-8
  • Die geistige Situation der Zeit, Berlin/Leipzig 1931, ISBN 3-11-016391-8
  • Die Schuldfrage, Heidelberg 1946, in: Erneuerung der Universität. Reden und Schriften 1945/46, Heidelberg 1986, S. 113-213
  • Schicksal und Wille. Autobiographische Schriften, hg. von Hans Saner, München 1967

Literatur[Bearbeiten]

  • Norbert Giovannini, "...dass Sie eine Welt schildern, in der auch ich gelebt habe." Karl Jaspers an Hugo Marx 1965, in: Heidelberg. Jahrbuch zur Geschichte der Stadt, herausgegeben vom Heidelberger Geschichtsverein, Nr. III/1998, S. 269 ff.
  • Elzbieta Ettinger, Hannah Arendt Martin Heidegger. Eine Geschichte, München, Zürich 1995
  • Lotte Köhler, Hans Saner (Hg.), Hannah Arendt Karl Jaspers Briefwechsel 1926-1969, München, Zürich 1985
  • Heidelberger Köpfe, Die Professorenporträts von Dénes v. Szebeny, Ausstellung im Universitätsmuseum Heidelberg, 28. Oktober 2004 - 23. Januar 2005, Texte von Carsten Juwig und Reinhard Düchting, Heidelberg 2004. S. 50
  • Karl Jaspers im Schnittpunkt von Zeitgeschichte, Psychopathologie, Literatur und Film, hg. von Dietrich von Engelhardt und Horst-Jürgen Gerigk, Heidelberg 2009
  • Frank Moraw, Heidelberg – Theresienstadt – Heidelberg. Zur letzten Deportation aus Heidelberg im Februar 1945, in: Heidelberg. Jahrbuch zur Geschichte der Stadt, herausgegeben vom Heidelberger Geschichtsverein 13, 2009, S. 93ff.
  • Wolfram Schmitt, Karl Jaspers und die Psychotherapie. Grundlinien psychiatrisch-psychotherapeutischer Praxis, in: Heidelberg. Jahrbuch zur Geschichte der Stadt, herausgegeben vom Heidelberger Geschichtsverein, Nr. 11/2006, S. 83-93
  • Julia Scialpi, Dem Geist verpflichtet in schöpferischem Sinn. Richard Benz (1884-1966). Eine Biographie (Phil. Diss.), Heidelberg 2009, S. 225f.

Zeitungsartikel[Bearbeiten]

  • Peter Zimber, Er baute mit am Fundament der neuen Uni (Berühmte Persönlichkeiten in Heidelberg, 18), in: Rhein-Neckar-Zeitung vom 12. Februar 2008
  • Arndt Krödel, "Deutscher Star-Intellektueller", Bericht über eine Podiumsdiskussion Zur Aktualität von Karl Jaspers, Rhein-Neckar-Zeitung vom 19. Mai 2017 (Universitas)

Gedenken in Heidelberg[Bearbeiten]

Zur Erinnerung an Karl Jaspers wurde an seinem früheren Wohnhaus eine Gedenktafel am Hause Plöck 66 in Heidelberg angebracht. Ferner erinnern im Emmertsgrund eine Straße (Jaspersstraße) und ein Platz (Jaspersplatz) an ihn.

Weblinks[Bearbeiten]

Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Karl Jaspers“