Katharina zum Lamm

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Katharina zum Lamm († nicht vor 1630, wohl in Heidelberg-Wieblingen [1]) ist vor allem durch die Grabplatte bekannt, die beim Abriss des Langhauses der mittelalterlichen Wieblinger Kirche zutrage getreten und seitdem an die Außenwand des neuen Kirchengebäudes gelehnt war.

Ferner ist Katharina zum Lamm durch ihre Verwandtschaft und die ihres Ehemannes bekannt. Die Familie, aus der Katharina stammte, war eine bürgerliche Patrizierfamilie in Speyer, die dort bis ins erste Viertel des 15. Jahrhunderts nachweisbar ist und aus der etliche hochrangige Juristen hervorgegangen sind. So war Katharinas Vater Christoph (1560 bis nach 1597) als Assessor beim Reichskammergericht Speyer tätig, dem damals höchsten Gericht des Deutschen (dem Namen nach Römischen) Reiches. Ihr Onkel Alexander war Gerichtsrat am Kurpfälzischen Hofgericht in Heidelberg. Katharinas Großvater Markus zum Lamm und ihr Großonkel Hieronymus waren ebenfalls am Reichskammergericht zugelassen und hauptberuflich Stadtsyndikus der Freien Reichsstadt Speyer. Auch über ihre Mutter Katharina Reyffstock, die Tochter des Taufpaten ihres Vaters, war Katharina zum Lamm mit gebildeten Kreisen verwandt. Am bekanntesten wurde Marcus zum Lamm (1544 bis 1606), kurpfälzischer Kirchenrat und Schöpfer des Thesaurus Picturarum.

Wohl um 1615 heiratete Katharina den Juristen Johann Casimir Denais, der aus einer Hugenottenfamilie stammte, die ins Elsass geflohen war (ursprünglicher Name De Neys). Dessen Vater Dr. Peter Denais war ebenfalls als Assessor am Reichskammergericht in Speyer tätig. Dieser Peter Denais verfasste zahlreiche juristische und theologische Schriften und gehörte dem Kreis humanistischer Gelehrter und Dichter am Heidelberger Hof an, zu dem Personen wie Georg Michael Lingelsheim, Julius Wilhelm Zinkgraf und Martin Opitz angehörten.

Zu einer damals bedeutenden Familie gehörte auch Katharinas Schwiegermutter Juliana Marica Cullmann. Diese war die Tochter des kurpfälzischen Vizekanzlers Dr. Ludwig Cullmann, der das große Wieblinger Hofgut besaß, das aus Schenkungen an das Kloster Lorsch hervorgegangen war (das ist heute das Areal der Elisabeth-von-Thadden-Schule). Dieses Hofgut war auf dem Erbweg an Johann Casimier Denais gelangt. Katharina zog also aus Speyer zu ihrem Ehemann nach Wieblingen. Man wohnte im Vorgängerbau des Gebäudes, das heute "Schloss" genannt wird.

Katharina wurde wohl nicht auf dem Wieblinger Friedhof bestattet, der sich damals um die Kirche herum befand, sondern in der Kirche selbst. Das schließt man daraus, dass die Inschrift auf der Grabplatte um alle vier Seiten herumläuft.[2] Die Grabplatte, die durch die unsachgemäße Aufstellung seit 1907 durch Frost und Regen sehr gelitten hat, wurde im Rahmen der Sanierung der Kapelle von 2014 bis 2016 fachmännisch restauriert und neu angebracht. Sie ist jetzt an die Wand gehängt und durch eine Glasplatte geschützt.


Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Petschan, Eine vornehme Wieblingerin. Die Grabplatte der Katharina zum Lamm an der Wieblinger Thaddenkapelle wurde restauriert., in RNZ vom 13. September 2016, Blick in die Stadtteile

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Walter Petschan, Eine vornehme Wieblingerin, in RNZ vom 13. September 2016, Blick in die Stadtteile
  2. Petschan, a.a.O.