Kilian Anselm Benz

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Kilian Anselm Benz (* 11. März 1827 in Obrigheim (Baden); † 28. Mai 1904 in Heidelberg war ein katholischer Geistlicher. Bekannt wurde er unter anderem durch seine Rolle im sogenannten "Orgeldiebstahl".

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Benz wurde 1827 als Sohn des Landwirts Johann Josef Benz auf Schloss Neuburg geboren, wo er auch aufwuchs. Nach erfolgreichem Studium wurde er am 10. August 1853 ordiniert. Ein Vikarsjahr verbrachte er in Helmsheim, danach kam er als Pfarrverweser erst nach Karlsdorf, zwei Jahre später nach Neckargemünd. 1862 wurde ihm in Dilsberg die erste Pfarrstelle übertragen.

1871 gelang es ihm, den barocken Altar der Heidelberger Jesuitenkirche kostenlos für seine Gemeinde zu erwerben, welche lediglich die Transportkosten tragen musste.

Der Kauf der Orgel der Heidelberger Heiliggeistkirche durch den frisch ernannten Dekan im Jahr 1874 führte zu einem Rechtsstreit, der ihm 3 Monate Haft einbrachte.

1891 wurde Benz nach Walldorf versetzt, wo er 1899 zum Geistlichen Rat ernannt wird. In dieser Zeit war er unter anderem für die Anschaffung neuer Glocken, für die er aus seinem Privatvermögen spendete, sowie für den Bau eines Schwesternhauses aktiv.

Im Mai 1904 starb er in Heidelberg, beigesetzt wurde er in Walldorf.


Der "Orgeldiebstahl aus dem Neckartal"[Bearbeiten]

Am 1. September 1874 wurde der altkatholischen Gemeinde in Heidelberg ein Mitbenutzungsrecht des katholischen Teiles der Heiliggeistkirche zugestanden. Das katholische Pfarramt verweigerte den Altkatholiken jedoch den Zutritt, woraufhin sich diese am 16. September gewaltsam Zugang verschafften. Sie fanden die Kirche jedoch ohne Inventar vor. Unter anderem war die Orgel, die einen Wert von 6000 Gulden hatte, entfernt worden. Sie war an die Gemeinde in Dilsberg verkauft worden. Die Altkatholiken setzen durch, dass das Inventar zurückzubringen sei. Als der mit der Rückholzung der Orgel beauftragte Amtmann am 20. September in Dilsberg eintraf, verweigerte Pfarrer Benz unter Hinweis auf den Kaufvertrag die Rückgabe. Es kam zu Tumulten zwischen der Dilsberger Bevölkerung und den bewaffneten Gendarmen, die Benz durch Mäßigungsaufrufe beruhigen konnte. Der Amtmann ließ die Orgel nach einigen Hindernissen schließlich wegbringen.

Gegen Benz und den Heidelberger Politiker Jakob Lindau, der den Verkauf vermittelt hatte, wurde im April 1875 Anklage erhoben. Benz wurde zu drei Monaten, Lindau zu vier Monaten Haft verurteilt. Nach ihrer Haftentlassung wurden beide von den katholischen Anhängern gefeiert und ihnen zu Ehren eine Gedenktafel errichtet.