Mettelnburg

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Mauerreste
Auf dem Burggelände
Auf dem Burggelände

Die Mettelnburg (Mittelburg) befand sich im Ortskern von Obrigheim (Baden). Von der Burg blieben einige Mauerreste sowie die stark veränderte Friedenskirche erhalten.

Geschichte[Bearbeiten]

Als Erbauer der Burg gilt die edelfreie Familie "von Obrigheim", die ab 1081 nachweisbar ist. Als diese Mitte des 12. Jahrhunderts schrittweise begann, ihren Besitz aufzugeben, wurde im Jahr 1142 die Burg mitsamt Hofgut und 184 abhängigen Personen an das Bistum Worms übertragen. Diese Begebenheit ist die älteste bekannte Erwähnung der Burg.

Anfang des 13. Jahrhunderts ging die Burg als Kirchenlehen an die Staufer. Erwähnt wird 1222 eine Ministerialenfamilie "Herren von Obrigheim" auf, die mit zahlreichen Bediensteten auf der Burg lebten.

1316 kam die Burg zusammen mit Obrigheim, Mörtelstein und Diedesheim als kaiserliches Pfand an Konrad IV. von Weinsberg. Nachdem dieser sich vom Kaiser entfremdete ging der Besitz wieder an den Kaiser über, von wo aus sie spätestens 1329 an die Kurpfalz ging. Die zur Burg gehörende Kirche verblieb jedoch vorerst im Besitz der Herrn von Obrigheim, die sie als Lehen des Wormser Bistum innehatten. Erst 1369 wurde auch die Kirche kurpfälzisch.

Zur Burg gehörten neben der Ortsherrschaft über Obrigheim, Mörtelstein und Teilen des Kirstetter Hofes auch ein Bauhof und Fischerdienste, die an Fischer der umliegenden Gemeinden Binau, Neckarelz und Diedesheim vergeben wurden. Zusätzliche Bedeutung gewann die Burg, als sie Sitz der Vögte des Amtes Obrigheim wurde, die zuvor auf der Burg Landsehr gesessen hatten.

1401 verpfändete der neugewählte König Ruprecht III. von der Pfalz, die Burg und den dazugehörigen Besitz an die badische Markgrafenwitwe Mechthild von Sponheim, um von der Pfandsumme, 14.000 Gulden, seinen Italienfeldzug zu finanzieren. Nach dem Tod Mechthilds im Jahr 1411 kamen Burg und Ort an die neu gebildete Pfalz-Mosbach.

Pfalzgraf Otto I. hatte kurz nach Regierungsantritt damit begonnen, Mosbach zur Residenz auszubauen. Als Folge wurde 1422 das Amt Mosbach aufgelöst. Dadurch verlor die Burg an Bedeutung. Vermutlich lebte der Mosbacher Vogt Peter von Sternsberg d.J. in dieser Zeit auf der Burg.

Im Juni 1452 erhielt Volkmar von Witberg die Burg als Lehen mit der Auflage, sie instand zu setzen und die Kirche dem Volk offenzuhalten. In den vorhandenen Urkunden wird die Burg als baufällig beschrieben. 1464 geht sie mit den gleichen Auflagen an Volkmars Sohn Gunther. Danach verliert sich die Spur über die Besitzverhältnisse.

1496 ergibt sich aus der Wormser Synodale ein Zustandsbericht vorwiegend der Kirche, aber auch die Burg wird erwähnt. Der Zustand der Burg wird in dem Dokument als sehr schlecht beschrieben. Der Zeitpunkt der Zerstörung der Burg ist nicht dokumentiert. Da weitere Dokumente über die Burg fehlen, wird vermutet dass sie im Zuge des Landshuter Erbfolgekrieges 1504 zerstört wurde, als württembergische Soldaten Obrigheim brandschatzten.

Lage[Bearbeiten]

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Weblinks[Bearbeiten]