Berndmark Heukemes

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Berndmark Heukemes, eigentlich Bernhard Markus Heukemes (geboren am 26. Februar 1924 in Aachen; gestorben am 16. Januar 2009 in Heidelberg), war ein Archäologe, der in der Region Rhein-Neckar vor allem durch seine Grabungen im römischen Gräberfeld in Heidelberg-Neuenheim und als Stadtbildpfleger in Ladenburg bekannt geworden ist. Er war Denkmalpfleger, Oberkonservator am Kurpfälzischen Museum Heidelberg, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, der Goldenen Verdienstmedaille der Architektenkammer, des Oberrheinmischen Kulturpreises der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Stiftung zu Basel, Gründer des Lobdengau-Museums in Ladenburg und Ehrenbürger von Ladenburg, sowie Initiator, Mitbegründer und Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Heiligenberg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Von 1945 bis 1951 studierte Heukemes Architektur und Baugeschichte an der TH Karlsruhe und Kunstgeschichte, Archäologie, Frühgeschichte an der Universität Heidelberg. Schon 1948 und somit noch als Student begann er, Ladenburg zu erforschen. 1949 wurde er unbezahlter amtlicher Denkmalpfleger für Stadt und Landkreis Heidelberg.

1950 führte er Sondierungsgrabungen im Bereich der Ringwälle des Heiligenberg durch. Dabei wurden Funde aus vor- frühgeschichtlicher Zeit und des Mittelalters geborgen. Bei diesen Grabungen kam es auch zur Entdeckung eines römischen Heiligtums mit Begleitbauten im Bereich der Michaelsbasilika und zur Wiederentdeckung des Bittersbrunnen.

1951 wurde bei Kanalarbeiten für den Bau der späteren Berliner Straße wird im Neuenheimer Feld das größte römische Gräberfeld Süddeutschlands entdeckt. Bis 1970 wurde unter Leitung von Heukemes fast der gesamte Bestattungsplatz freigelegt, mit ca. 1500 Gräbern das größte zusammenhängende Gräberfeld in Baden-Württemberg. Die Funde wurden 1999-2008 im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft wissenschaftlich erfasst.

1952 begann Heukemes mit Hilfe eines amerikanischen Militärflugzeugs Aufklärungsflüge im Rhein-Neckar-Raum und fand 17 römische Villae Rusticae. Damit begann in der Bundesrepublik Deutschland wieder die Luftbildarchäologie. Heukemes wohnte damals in Ladenburg im Bischofshof. Auch als er von 1962 bis 1992 Leiter der archäologischen Abteilung des Kurpfälzischen Museums in Heidelberg war, forschte er stets auch in Ladenburg und Umgebung.

1952 erhielt Heukemes die Medaille des Universitätspreises der Universität Heidelberg. 1960 erfolgte seine Promotion an der Universität Heidelberg über Heidelberger Keramik der Römerzeit. Zu seinen wichtigsten Forschungen und Entdeckungen in Ladenburg gehörten das Gräberfeld der Neckarsueben am Erbsenweg, das römische Schauspiel-Theater, das Sol-Mithras-Relief, das Grab des Bischofs Ludwig Anton von Pfalz-Neuburg, die Jupitergigantensäule, der 54-teilige Bronzeschatz, die Villa Rustica im Gewann Ziegelscheuer, der spätrömische Burgus und die keltische Viereckschanze im Gewann Wasserbett.

1970 führte Heukemes Sondierungsgrabungen auf dem Heiligenberg und Maßnahmen der Objektsicherung im Auftrag der Stadt Heidelberg durch. Im Sommer 1973 legte er in der Südstadt von Ladenburg die Beschläge eines römischen Prunkportals frei.

1973 beteiligte er sich an der Gründung der Schutzgemeinschaft Heiligenberg.

1984 wurde Heukemes Ehrenbürger von Ladenburg. 1989 erhielt er die Medaille „Für Verdienste um die Heimat Baden-Württemberg“. Im Februar 1990 wurde ihm der Oberrheinische Kulturpreis der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Stiftung zu Basel verliehen, am 30. Mai 1994 die Bürgermedaille der Stadt Heidelberg.

Heukemes ist auf dem Friedhof in Ladenburg bestattet.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Ein Besuch im römerzeitlichen Heidelberg, in: Heidelberger Fremdenblatt, Februar 1952, S. 5-8
  • Heidelberger Keramik der Römerzeit, Heidelberg 1960, Dissertation an der Universität Heidelberg 1960)
  • Auf dem Boden der Römerzeit, in: Der Heidelberger Portländer 2/1963, S. 18-25
  • Römische Keramik aus Heidelberg in: Materialien zur römisch-germanischen Keramik; 8; (teilweise zugleich Bestandteil der Dissertation Heidelberg) Bonn 1964
  • Römische Gläser. Gläser der römischen Kaiserzeit aus Heidelberger Ausgrabungen, in: Heidelberger Fremdenblatt, Januar 1968, S. 10-12
  • Auf dem Boden der Römerzeit, in: Heidelberger Fremdenblatt, September 1968, S. 1-6
  • Seltene Zeugnisse römischen Jenseitsglaubens, in: Heidelberger Fremdenblatt, September 1970, S. 2-6
  • Robert Häusser, Berndmark Heukemes (Hg./Bearb.), Ladenburg. Porträt einer 2000jährigen Stadt, Mannheim 1971
  • Als Mitautor: St. Leon-Rot damals u. heute, hg. von der Gemeinde St. Leon-Rot. St Leon-Rot 1984
  • 3000 Jahre Heiligenberg, in: Jahrbuch des Stadtteilvereins Handschuhsheim 1985, S. 52-54
  • Einmaliger Fund der Michelsberger Kultur. Ein 4000jähriges Sippengrab im Gewann „Schänzel“ entdeckt, in: Jahrbuch des Stadtteilvereins Handschuhsheim 1986, S. 73-74
  • Der Handschuhsheimer Hof zu Ladenburg, in: Jahrbuch des Stadtteilvereins Handschuhsheim 1987, S. 33f.
  • Mit S. Sommer, Ladenburg. Neues aus alter Zeit, Ladenburg 1987
  • Archäologische Beobachtungen im Erweiterungsgebiet des Kurpfälzischen Museums in Heidelberg, Stuttgart 1987 (aus: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg; 1986)
  • Erneute Untersuchung des Heidenlochs auf dem Heiligenberg bei Heidelberg, in: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 1987, Stuttgart 1988, S. 193ff.
  • Mit Meinrad Schaab: Mittelalterliche Städte auf römischer Grundlage im einstigen Dekumatenland. Ladenburg und Wimpfen im Tal aus der Sicht der frühmittelalterlichen Landesgeschichte, in: ZGORh 135, 1987, S. 1-66
  • Der Bittersbrunnen. Archäologen erforschen den Bittersbrunnen, in: Jahrbuch des Stadtteilvereins Handschuhsheim 1990, S. 9-11
  • Das St. Michaelskloster auf dem Heiligenberg. Ein neues Modell für das Kurpfälzische Museum, in: Jahrbuch des Stadtteilvereins Handschuhsheim 1991, S. 7-10
  • Zur Entdeckung bedeutender Grabsteine des Handschuhsheimer Rittergeschlechts in der St.Vituskirche, in: Jahrbuch des Stadtteilvereins Handschuhsheim 1992, S. 7f.
  • Frans Hermans, Berndmark Heukemes (Bearb.), Die Lochmühle in Dilsberg-Rainbach. Aus ihrer 600jährigen Geschichte, Heidelberg 1992
  • Als die Franken vor 1500 Jahren Handschuhsheim begründeten. Reihengräberfunde erhellen die Vergangenheit, in: Jahrbuch des Stadtteilvereins Handschuhsheim 1994, S. 7-11
  • Ein Münzschatz vom St. Michaelskloster aus der Zeit des Bauernkriegs, in: Jahrbuch des Stadtteilvereins Handschuhsheim 1996, S. 7-11
  • Reiche römische Steinkistengräber vom Hilzweg in Heidelberg-Handschuhsheim, in: Jahrbuch des Stadtteilvereins Handschuhsheim 1997, S. 5-9
  • Ernst Künzl, Susanna Künzl (Herausgeber), Das römische Prunkportal von Ladenburg, Landesdenkmalamt Baden-Württemberg. Mit Beiträgen von Berndmark Heukemes. (Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg; Bd. 94). Stuttgart 2003


Literatur, Rundfunksendungen, Presse[Bearbeiten]

  • Bert Burger, Dr. Berndmark Heukemes – Gedanken anläßlich seines Todes am 16. Januar 2009, in: Handschuhsheimer Jahrbuch 2009, S. 99ff.
  • Michael Buselmeier, Erlebte Geschichte Erzählt 1994 — 1997, Heidelberg 2000, S. 139 — 162
  • Heidelberg. Jahrbuch zur Geschichte der Stadt, herausgegeben vom Heidelberger Geschichtsverein, Nr. IV/1999, 181, 297, V, 131f., 139ff.
  • Andreas Hensen, Das römische Brand- und Körpergräberfeld von Heidelberg, Bd. I. und II. Stuttgart 2010
  • Das Leben des Berndmark Heukemes mit Spaten und Scherben (Sendung des SDR am 2. März 1994) online unter: [1]
  • Axel Sturm, Nach den Römern forschte er am Boden und aus der Luft. Berndmark Heukemes, langjähriger Leiter der Archäologischen Abteilung des Kurpfälzischen Museums Heidelberg, starb im Alter von 84, in: Rhein-Neckar-Zeitung vom 17. Januar 2009

Weblinks[Bearbeiten]