Mainzer Stiftsfehde

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Die Mainzer Stiftsfehde, auch unter der Bezeichnung Badisch-Pfälzischer Krieg oder Pfälzer Fehde bekannt, war ein Konflikt um den Stuhl des Mainzer Erzbischofs, der hauptsächlich in den Jahren 1461 bis 1462 ausgetragen wurde.

Anlass für den Konflikt war die Weigerung des 1459 zum Erzbischof von Mainz gewählten Domvikars Diether von Isenburg, die drastisch erhöhten Annalen (jährliche Abgaben) an den Papst zu zahlen. Papst Pius II. versuchte deshalb, Diether durch den bei der Wahl knapp unterlegenen Adolf II. von Nassau zu ersetzen. Adolf wurde zum neuen Erzbischof ernannt, jedoch weigerte Diether sich, den Erzstuhl zu räumen, wobei er durch die Stadt Mainz unterstüzt wurde.

Diether, der schon zuvor das antipfälzische Bündnis geschmiedet hatte, im Streit mit dem Pfalzgrafen und Kurfürsten Friedrich I. jedoch den Kürzeren gezogen und insbesondere die Schlacht bei Pfeddersheim im Juli 1460 und damit die Bergsträßer Fehde verloren hatte, verbündete sich nun mit seinem Bruder Ludwig und dem Kurfürsten Friedrich, seinem früheren Feind, ferner konnte er sich auf den Stadtrat von Mainz stützen. Kurfürst Friedrich hatte die Städte Lorsch, Heppenheim und Bensheim auf seiner Seite.

Adolf von Nassau seinerseits verbündete sich mit dem Trierer Erzbischof, dem Bischof von Speyer (Johannes II.), dem Grafen Ulrich V. von Württemberg (mit dem Beinahmen der Vielgeliebte), dem Markgrafen Karl I. von Baden und seinem Bruder, dem Bischof von Metz. Nachdem die badischen Truppen die pfälzischen Besitzungen links des Rheins verwüstet hatten, zogen sie auf die rechte Seite des Rheins und zerstörten dort zusammen mit den Speyrern und den Württembergern Besitzungen der Kurpfalz, darunter Kirchheim.

Im Sommer 1462 glaubt Adolf II. von Nassau irrtümlich, Friedrich I. sei mit seinen Truppen nach Bayern gezogen und der Weg für ihn und seine Verbündeten sei frei. Die Badener und Württemberger zogen mit 8000 Mann von Bretten her in die Kurpfalz, die bischöflichen Truppen kamen von Speyer her über den Rhein. Am 30. Juni 1462 gingen wichtige Truppenteile jedoch bei Seckenheim in die Falle und Adolfs Truppen wurden von ihren Feinden unter der Führung von Friedrich I. von der Pfalz und den Grafen von Leiningen und Katzenelnbogen geschlagen. Markgraf Karl I. von Baden und der wurden gefangen genommen und kamen erst nach Zahlung von hohen Lösegeldern wieder frei, ebenso Graf Ulrich V. von Württemberg, der kurz nach der Schlacht durch Hans von Gemmingen gefangen genommen wurde; der Bischof von Speyer konnte fliehen.

Im Oktober 1463 wurde die Fehde dadurch beendet, dass Diether von Isenburg auf das Amt des Erzbischofs verzichtete gegen Leistung einer Geldsumme und gegen Abtretung von mainzischen Gebieten. Adolf II. von Nassau wurde als Erzbischof von Mainz bestätigt. Nach seinem Tod 1475 konnte Diether von Isenburg dann doch noch den Erzstuhl besetzen und sich von Papst Sixtus IV. bestätigen lassen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Schlacht bei Seckenheim

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