Kirchheim (Heidelberg)

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Altes Rathaus Kirchheim

Kirchheim ist ein Stadtteil Heidelbergs. Er liegt im Südwesten der Stadt und grenzt im Osten an Rohrbach. Östlich der Bahnstrecke zwischen Heidelberg und Karlsruhe, die häufig als Grenze zu Rohrbach interpretiert wird, gehören die Bürgerstraße, der südliche Ausläufer der Heinrich-Fuchs-Straße sowie das Höllenstein-Quartier ebenfalls zu Kirchheim.

Urgeschichte, Vorgeschichte und Geschichte[Bearbeiten]

Jungsteinzeit[Bearbeiten]

Funde aus der Steinzeit belegen die schon früh einsetzende Besiedlung: Bandkeramik aus den Gewannen Birstäcker und Heuaue und ein Hockergrab, das 1933 im Gewann Feilheck (im Bereich der ehemaligen Mülldeponie) entdeckt wurde und aus dem eine Steinaxt, ein Steinmeißel und ein der Schnurkeramik zuzurechnendes Gefäß geborgen wurden.

Bronzezeit[Bearbeiten]

Brandbestattungen aus der Bronzezeit fand man ebenfalls im Gewann Heuaue. [1]

Altertum[Bearbeiten]

Während Funde aus der frühen Eisenzeit (von vielen "Keltenzeit" genannt) auf Kirchheimer Gemarkung nicht vorliegen, gibt es Funde aus provinzialrömischer Zeit (50 bis 260 n. Chr.), so eine Schmiedeesse mit Schmiedeschlacken, ferner Salztiegel. Die Funde wurden 1966 beim Bau des Ringkanals im Gewann Birstäcker und beim Ausbau der Speyerer Straße und des Autobahn-Kleeblatts gemacht. [2]

frühes Mittelalter[Bearbeiten]

Ein Reihengräberfriedhof in der Gegend zwischen dem Friedenskreuz und der landwirtschaftlichen Siedlung Kirchheimer Hof mit mehr als 150 Gräbern aus der Merovingerzeit wurde ab 19ß3 unter der Leitung von Karl Pfaff und seinem Nachfolger ausgegraben. Unter den zahlreichen Grabbeigaben ist besonders hervorzuheben das "Kirchheimer Trinkhorn" aus grünlich-gelbem Glas. Ein Teil der Funde ist im Kurpfälzischen Museum in Heidelberg zu besichtigen.

Die erste urkundliche Erwähnung als "Chiricheim" für das Jahr 767 findet sich im Lorscher Codex. Der Name leitet sich vom althochdeutschen Wort für "Kirche" ab.[3]

Hochmittelalter[Bearbeiten]

In Urkunden des 12. und 13. Jahrhunderts werden erstmalig adlige Herren namentlich fassbar, so die Freiherren von Kirchheim als Lehnsnehmer des Bischofs von Worms.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Kirchheim bei Nacht

Kirchheim besitzt einen Bahnhof entlang der Eisenbahnstrecke nach Karlsruhe, der von den S-Bahn-Linien S3 und S4 angefahren wird. Auf einer im Dezember 2006 fertiggestellten Straßenbahntrasse fährt die Linie  26 von Kirchheim in Heidelbergs Zentrum. In der Folge wurde auch das Busliniennetz durch Kirchheim geändert und wird nun von den Linien  33 ,  720 ,  721  und  722  abgedeckt.

Durch den Bau der Straßenbahn wurde die Nutzung der Schwetzinger Straße für Kraftfahrzeuge eingeschränkt.

Aus Richtung Stadtzentrum oder von der Autobahn 5 (Anschlussstelle 38: Heidelberg/Schwetzingen) gelangt man über die L600a/Speyerer Straße entweder auf den Cuzaring, der in einem Bogen westlich um Kirchheim herum führt, oder auf die Pleikartsförster Straße, die in den alten Kirchheimer Kern führt.

Einrichtungen[Bearbeiten]

In Kirchheim gibt es mehrere Schulen, die Geschwister-Scholl-Schule (Grund- und Hauptschule), die Kurpfalzschule (Grundschule), die Robert-Koch-Schule (Förderschule) sowie die 2007 von Rohrbach nach Kirchheim umgezogene Gregor-Mendel-Realschule.

Soziale Einrichtungen in der Altenpflege sind das Altenzentrum Mathilde-Vogt-Haus (Pflegeheim und Betreutes Wohnen).

Kirchenbauten und Kirchengemeinden[Bearbeiten]

Kirchheim hat eine katholische Gemeinde (St. Peter mit der gleichnamigen Kirche) und zwei evangelische Gemeinden: Die Blumhardt-Gemeinde mit der Petruskirche und die Wichern-Gemeinde mit ihrem Gemeindehaus Arche.

Vereine[Bearbeiten]

Sportvereine[Bearbeiten]

Vereinssport wird von folgenden Sportvereinen in Kirchheim angeboten.

wiederkehrende Veranstaltungen[Bearbeiten]

Jährlich im November findet die Kerchemer Live-Musik-Nacht statt

Stadtteilpartnerschaften[Bearbeiten]

Es besteht eine Stadtteilpartnerschaft mit Les Aubes-Rimbaud-Pompignane-Pasquier-Jean Monnet, einem Stadtteil der Stadt Montpellier, der Partnerstadt von Heidelberg. Im Zusammenhang damit besteht eine Partnerschaft zwischen dem Altenheim Les Aubes in Montpellier und dem Mathilde-Vogt-Haus in Kirchheim.

Literatur[Bearbeiten]

  • Philipp Körner, Kirchheim. Ein heimatkundlicher Überblick, Heidelberg 2011 (2009), o.V.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Körner, Kirchheim, S. 6
  2. Körner, Kirchheim. S. 7. Körner beruft sich auf einen Bericht in der Rhein-Neckar-Zeitung vom 19. Januar 1994
  3. Kirchheim: Größter Stadtteil feiert. Jubiläumsprogramm zum 1250-jährigen Bestehen von "Chirichheim", in: Stadtblatt (der Stadt Heidelberg) vom 18, Januar 2017, Seite 6
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Weblinks[Bearbeiten]