Neuhausen

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Neuhausen ist der bevölkerungsreichste Stadtteil der Stadt Worms. Neuhausen grenzt unmittelbar an die Innenstadt von Worms.

Neuhausen hat 10.229 Einwohnern (Stand: Dezember 2011).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte von Neuhausen ist von der des Cyriakusstiftes nicht zu trennen.

Neuhausen scheint schon in römischer Zeit besiedelt worden zu sein. Nach einer Überlieferung des 15. Jahrhunderts haben der Merowinger-König Dagobert (622-638) und Königin Brunichildis zu Anfang des 7. Jahrhunderts im Gebiet des späteren Stifts einen Königspalast errichtet. Dieser wurde in eine dem Hl. Dionysius geweihte Kirche umgewandelt. Nach einer Überlieferung im Kloster Lorsch wurde die Kirche im Jahr 847 von Bischof Samuel von Worms (840-856) in ein Stift umgewandelt. Samuel überführte die Reliquien des heiligen Cyriakus aus Rom dorthin und gab der Neugründung den Namen St. Cyriakusstift. Der Ort Neuhausen entstand in unmittelbarer Nähe des Stiftes.

Bis in das 12. Jahrhundert erfüllte Neuhausen die Aufgaben einer Königspfalz. Ebenso wie das Stift wurden die Befestigungen des Ortes mehrfach angegriffen und zerstört, unter anderem von Bürgern der nahen Stadt Worms. 1385 wurde das Cyriakusstift von Söldnern der Stadt Worms geplündert, die Geistlichen wurden misshandelt. Der Papst verhängte daraufhin das Interdikt über die Stadt Worms, das beim Tod des damaligen Bischofs Eckhard von Dersch 1406 noch andauerte.

1460 wurden das Cyriakusstift und der Ort Neuhausen im Zuge der Auseinandersetzung zwischen Erzbischof Diether von Mainz und Pfalzgraf Friedrich völlig zerstört.

Im Jahr 1565 wurde Neuhausen von Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz besetzt und der Kurpfalz einverleibt. Das Stift wurde in eine kurpfälzisch-reformierte Fürstenschule, das Collegium Illustre, umgewandelt. Erst 1615 gelang es Bischof Georg Friedrich von Worms, sich wieder in den Besitz des Stiftes zu setzen. Vertraglich geregelt wurde die Rückgabe an Worms erst 1708. Bischof Franz Ludwig richtete in den Gebäuden des früheren Stiftes ein Waisenhaus ein. Als die Franzosen 1783 bei ihrem Rückzug ihre in Neuhausen errichteten Magazine anzündeten, gingen auch die Kirche und das Waisenhaus in Flammen auf. Die Gebäude sind heute völlig verschwunden, von den Befestigungen in Neuhausen sind noch der Wall und der Graben erkennbar.

1898 wurde Neuhausen nach Worms eingemeindet.