St. Sebastian (Böbingen)

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Von der Hauptstraße aus gesehen
Rückseite
Mariengrotte bei der Kirche

Die katholische Kirche in Böbingen ist dem St. Sebastian geweiht.

Die dazugehörige Pfarrgemeinde beinhaltet die Katholiken aus Altdorf, Böbingen, Freimersheim (dort mit der Filialkirche St. Fronleichnam), Freisbach und Gommersheim. Diese Pfarrei wiederum bildet mit den Pfarreien St. Gallus (Groß- und Kleinfischlingen) und St. Georg (Venningen) eine Pfarreiengemeinschaft unter Pfarrer Marco Richtscheid. Diese Gemeinschaft ist ihrerseits seit 2015 mit den Gemeinden in Kirrweiler und Maikammer verbunden.

Einrichtung[Bearbeiten]

Die Kirche besitzt neben dem Hochaltar mit einer Statue des Namenspatrons und dem Zelebrationsaltar zwei Seitenaltäre, die der Jungfrau Maria und dem heiligen Josef geweiht sind. Im Turm der Kirche befindet sich eine Marienkapelle.

Geschichte[Bearbeiten]

Eine Kirche am heutigen Standort ist bereits ab 1251 urkundlich belegt. Im 15. Jahrhundert entstand ein neuer Turm, dessen Reste noch existieren.

Ab 1555 wurde die Kirche von Reformierten genutzt, da es faktisch keine Katholiken mehr in Böbingen gab. Sie kehrten erst 1672 in geringer Zahl zurück. 1655 wurde in Speyer eine gebrauchte und beschädigte Glocke angeschafft, da der Gemeinde das Geld für eine neue Glocke nicht reichte. Die wurde erst sieben Jahre später für 126 Gulden aus Heidelberg angeschafft. 1674 wurden beide Glocken abmontiert und zum Schutz vor einem Krieg gegen Frankreich nach Neustadt an der Weinstraße gebracht. Vergleichbare Vorfälle wiederholten sich in den nächsten Jahrzehnten.

Ab 1679 wurde die Kirche simultan von Protestanten und Katholiken genutzt. Im selben Jahr kam es zu Bauarbeiten am Turm und zur Neuinstallation eines Abendmahltisches. Weitere markante Baumaßnahmen waren 1699 das Einbringen neuer Fenster, im Juli 1723 die Weihe eines neuen Heilig-Kreuz-Altares und 1752 der Kauf einer neuen, von Jacob Speck aus Bruchsal gegossene Glocke. Auf Betreiben des Schultheißen Johann Peter Braun wurde im Jahr 1758 der Chor im Rokokostil vollständig neu gebaut. Dazu kamen neue Altäre und neues Kircheninventar. Dieses Inventar wurde knapp vierzig Jahre später von einmarschierenden französischen Truppen vollständig entfernt.

Nachdem die Protestanten in unmittelbarer Nachbarschaft eine eigene Kirche errichtet hatten, endete 1818 das Simultaneum, fortan nutzten die Katholiken die das Gebäude wieder alleine. Diese hatten allerdings fünf Jahre zuvor ihre erst 1781 eingerichtete Pfarrei verloren. 1876 beantragten die Böbinger Katholiken die Wiedererrichtung der Pfarrei, was jedoch abgelehnt wurde, da der Gemeinde nur 95 Menschen angehörten.

Zwei neue Glocken erhielt die Kirche schrittweise in den Jahren 1865 und 1895, gefertigt wurden sie in Zweibrücken und Frankenthal.

Die letzten Renovierungen an der Kirche fanden 1978, 1987 und 2010 statt, in letzterem Jahr erhielt die Kirche zwei neue Glocken.

Lage[Bearbeiten]

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Weblinks[Bearbeiten]