Landesgartenschau Landau: Unterschied zwischen den Versionen

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Die im Zuge der Schau erstellten Flächen für „Urban Gardening“ blieben ebenfalls bestehen und werden von einer stadtweit tätigen Gruppe gepflegt.
Die im Zuge der Schau erstellten Flächen für „Urban Gardening“ blieben ebenfalls bestehen und werden von einer stadtweit tätigen Gruppe gepflegt.
Auf dem Gelände des ehemaligen Kohlelagers wurden die Sportangebote erhalten. Eingezäunt wurde der neu entstandene "Spiel und Sportcampus "Am Ebenberg"", welcher tagsüber frei zugänglich ist. Die Finnbahn wurde im Lauf der Jahre mehrfach umgestaltet und zur Dirtbahn erweitert.


Die Brücke über die Bahnlinie im Osten blieben ebenso in Nutzung wie der Bahnhaltepunkt Landau Süd. Die an der Cornichon- und Ebertstraße entfernten Kopfsteinpflaster wurden am Wohnpark am Ebenberg wieder eingesetzt, wo sie an Hauszufahrten und Parkbuchten neue Verwendung fanden.  
Die Brücke über die Bahnlinie im Osten blieben ebenso in Nutzung wie der Bahnhaltepunkt Landau Süd. Die an der Cornichon- und Ebertstraße entfernten Kopfsteinpflaster wurden am Wohnpark am Ebenberg wieder eingesetzt, wo sie an Hauszufahrten und Parkbuchten neue Verwendung fanden.  

Aktuelle Version vom 8. Dezember 2023, 08:32 Uhr

Die Landesgartenschau des Landes Rheinland-Pfalz fand vom 18. April 2015 bis zum 17. Oktober 2015 in Landau statt.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Nachdem die französische Armee Ende der 1990er Jahre Landau verlassen hatte, wurden konkrete Pläne für die Nachnutzung des freiwerdenden Geländes entwickelt. Die zu betrachtende Konversionsfläche war insgesamt 27 ha groß. So entstand das Konzept des „Wohnpark am Ebenberg“ auf dem Gelände der Kaserne „Estienne et Foch“. Dieses befand sich im Eigentum des Bundes. Nach über zehn Jahren Verhandlungen wurde eine Einigung erzielt und die Kaserne und ein Großteil des dahinterliegenden Geländes wurde an die Stadt Landau verkauft.

Zu dieser Zeit schrieb das Land Rheinland-Pfalz die Landesgartenschau 2014 aus. Die Stadt Landau belegte in einer Machbarkeitsstudie, dass eine solche Veranstaltung auf dem ehemaligen Kasernengelände möglich ist. Da das Bundesland Landesgartenschauen ausdrücklich als Mittel zur Stadtentwicklung ausschrieb und entsprechende Fördergelder über die Veranstaltung hinaus in Aussicht stellte, bewarb sich Landau. Am 11. Mai 2010 erhielt die Stadt den Zuschlag. Einziger Mitbewerber war Saarburg gewesen.

Am Tag zuvor war auf dem Gelände die erste Weltkriegsbombe gefunden worden. Im Sommer 2013 wurden dann mehrere weitere Bomben gefunden, weswegen entschieden wurde, die Schau um ein Jahr zu verschieben, um systematisch das Gelände abzusuchen. Dies hatte zur Folge dass die Häuser der späteren Otto-Kießling-Straße, für welche die Wohnnutzung bereits verbindlich zugesichert worden war, während der Landesgartenschau bereits bewohnt waren.

Im Mai 2011 wurde der „Freundeskreis Landesgartenschau“ gegründet, welcher zeitweise über 800 Mitglieder hatte. Er fungierte als Brückenkopf zwischen der behördlichen Planung und den Landauer Bürgern. So brachten sich die Mitglieder aktiv in die Gestaltung der Schau ein und wirkten auch an den Nachnutzungskonzepten mit.

Die Infrastruktur wurde für mehrere Millionen Euro auf das Gelände ausgerichtet: Neubau der Ebenbergbrücke, welcher die Sandsteinbrücke aus dem Jahr 1872 ersetzte, Neuschaffung der Bahnhaltestelle Landau Süd, Einrichtung von PKW-Stellplätzen an der zum Konversionsgebiet gehörenden Johannes Kopp-Straße sowie die Umgestaltung der Cornichon- und Ebertstraße waren die größeren Maßnahmen. 2013 kamen Park-and-ride-Plätze am Landauer Bahnhof dazu.

Um Geld und Material zu sparen wurde für den Untergrund der neu entstandenen Straßen Material der abgerissenen Kasernengebäude verwendet.

Flankierend wurde im Goethepark ein neues Beet angelegt, im Ostpark wurden barrierefreiheitsfördernde Maßnahmen ergriffen und Flächen in Mörzheim und Wollmesheim aufgewertet.

Die Gartenschau[Bearbeiten]

Ausstellungen[Bearbeiten]

Der Haupteingang an der Cornichonstraße leitete über in den „Wassergarten“, eine gefasste Wasserfläche die unter anderem mit Schilf und Seerosen besiedelt war. Er wurde aus Grundwasser gespeist, eine Pumpe sorgte für die nötige Umwälzung.

Der westliche Eingang führte direkt zur Blütenpromenade welche ihrerseits in gerader Linie zum Wassergarten führte. Gärtnereibetriebe aus verschiedenen Regionen von Rheinland-Pfalz sorgten für wechselnde Bepflanzung während der gesamten Laufzeit der Gartenschau.

An den Wassergarten schloss sich der „Park der Generationen“ an, mit verschiedenen interaktiven Elementen, befand sich im heutigen Südpark. 3,4 ha Ffläche

Ein zentrales Element waren die „Gartenkabinette“ die verschiedene Themen in die Gestaltung und Bepflanzung aufnahmen:

  • verspielt
  • lebendig
  • strukturiert
  • genussvoll
  • schmeichelnd
  • wehrhaft
  • fremd
  • bizarr
  • karg

Über den Ostteil des Geländes verteilt hatte die Pfalzmarkt eG verschiedene Bereiche, in denen verschiedene Nutzpflanzen näher beleuchtet wurden.

Das Museum Herxheim präsentierte unter dem Stichwort „Steinzeithaus“ eine Veranschaulichung steinzeitlicher Eingriffe in die Natur durch frühe Formen der Landwirtschaft und Nutzung von Holz als Baumaterial.

Der SÜWEGA, welche in Landau 1949 stattgefunden hatte, war ein etwa 200 qm großer Bereich im Ostteil des Geländes gewidmet. Ein Holzpavillon, Wasserspiele und die Auswahl der Pflanzen waren jener Schau nachempfunden. Am 16. Juli gab es anlässlich des 66. Jahrestages der Eröffnung der SÜWEGA einen Empfang.

Die ehemalige Panzerhalle wurde zur Blumenhalle umgestaltet. Im 10- bis 17 tägigen Wechsel wurden verschiedene Schwerpunkt-Themen behandelt, beispielsweise Bonsai, Gemüse, exotische Pflanzen, Rosen etc.

Der Dahlie, eine der Schwerpunktpflanzen der Schau, war unter anderem das „Dahlienlabyrinth“ auf 1000 qm gewidmet. Vor Ort konnten auch Pflanzen erworben werden. Begleitet wurde das Thema von einer auf drei Jahre gewählten „Dahlienkönigin“.

Das Bundesland Rheinland-Pfalz präsentierte sich selbst an sechs Stationen mit den Themenschwerpunkten „vielfältig“, „Innovativ“, „nachhaltig und sozial“, „kreativ“, „couragiert“ und „schön“.

Unter dem Stichwort „grünes Klassenzimmer“ wurden etwa 750 Veranstaltungen im schulischen Bereich von Grundschulen bis Gymnasialmittelstufen durchgeführt;Mehr als 13800 Schüler*innen nahmen daran teil. Die Angebote fanden vorwiegend auf dem Gelände der in die Gartenschau integrierten Kinder-und Jugendfarm Landau statt. Im September 2015 war die rheinlandpfälzische Integrations- und Jugendministerin Alt dort zu Gast.

An Erwachsene richtete sich ein Themenschwerpunkt „Bienen und Honig“ sowie wochenends ein „Pflanzendoktor“

Seitens der Medien waren der SWR und Die Rheinpfalz mit einem eigenen Bereich vertreten.

Die Universität Landau präsentierte sich und ihre Themen in einer ehemaligen Halle. Neben zwei Aquarien, welche einen natürlichen Bachlauf demonstrierten, gab es einen Bereich für aktive Kunst und Ausstellungen. Die Universität beteiligte sich am „grünen Klassenzimmer“ und lud zu Vorträgen und künstlerischen Darbietungen ein. Vor der Sporthalle am Ebenberg verantwortete die Universität ein „Kreativ-Dorf“ Zwölf Kunstschaffende erhielten nach einem Wettbewerb, bei dem aus über 80 Vorschlägen ausgewählt wurde, den Auftrag, ein Werk zur Schau beizutragen. Sie erhielten keine Vorgaben. Die Werke wurden auf dem Gelände verteilt aufgestellt. Im Einzelnen waren dies:

  • Sëping (Bad Schönborn): Der Wunsch des Propheten für nur einen Tag Regen, II
  • Burghard Müller-Dannhausen (Hildesheim): Der Farbwald
  • Stefan Kindel : Barke
  • Manfred Emmenegger-Kanzler (Ottersweier):Square Dance
  • Sigmund Albert: Vorsicht! Natur
  • Fabian Cronauer: Ohne Titel
  • Jochen Kitzbihler (Landau): Der Massefluss
  • Walter Mangold: Kapitalentwicklung
  • Pedi Mathies: Kompost-Komposition für Landau
  • Stefanie Schönberger: Feldarbeit III (Leon)
  • Ulrike Tillmann (Karlsruhe): Der virtuelle Friedhof der ausgestorbenen Pflanzen
  • Roswitha von der Driesch (Berlin): Heimchen

Südlich der Bahnlinie, hinter einem weiteren Eingang, befanden sich Richtung Ebenberg, die „Gärten der Pfalz“, welche die verschiedenen pfälzischen Pflanzkulturen näher beleuchteten.

Es waren im Einzelnen:

  • Waldgarten
  • Tabakgarten
  • Weingarten
  • Sandgarten
  • Mandelgarten
  • Trockenrasengarten
  • Ölgarten
  • Gemüsegarten
  • Industriegarten
  • Bachgarten

Letzterer bezog die Birnbach mit ein, welche hier vorbeifloss und im Vorfeld renaturiert wurde. Hier gab es mit dem „Bachtheater“ auch einen weiteren Veranstaltungsort.

Die Stadt Haguenau gestaltete eine kleine Fläche künstlerisch, wobei Bürger der Stadt aktiv an der Entsehung beteiligt waren und eigene Beiträge liefen. Das auch nach der Gartenschau erhaltene Kunstwerk trägt den Titel „Der Wächter“.

Nebenan befand sich eine 1000 qm große Fläche mit dem Thema „Friedhofskultur“ und die ökumenisch genutzte Kirche „himmelgrün“

Letztere war Ausgangspunkt für etwa 700 Veranstaltungen, kleinere „Atempausen“ mit eingerechnet. Daneben gab es auch einen bundesweit ausgestrahlten Live-Gottesdienst und künstlerische Aufführungen. Für den aus heimischen Douglasien gefertigten Pavillon erhielt das Architekturbüro Uhrig/Bayer aus Kaiserslautern einen Landespreis der Architekturkammer. Das Kircheninventar schuf Madeleine Dietz.

Weiters wurde innerhalb der vom Kleingartenverein am Ebenberg für die Gartenschau angelegten Fläche auch der Interkulturelle Garten Landau angelegt.

Hinter diesen Anlagen gab es die ausdrücklich für die Zeit nach der Landesgartenschau bestimmte großflächige Anlage mit Sporthalle, Kunstrasenplatz, verschiedenen kleineren Kletter-und Turnstationen, einer „Dirtbahn“ und Gastronomie. Ein Souvenirshop und ein davon getrennter Gärtnermarkt boten Kaufmöglichkeiten.

Unter dem Über-Motto „stadt.weiter.bauen“ wurden verschiedene Aspekte der Stadtplanung näher beleuchtet, basierend auf dem anstehenden Konversionsprojekt am Ebenberg. Historische Stadtentwicklungskonzepte für Landau wurden ebenfalls beleuchtet. Die Teilaspekte Wohnen, Grünflächen, Vernetzung mit den Stadtteilen im ländlichen Raum, Erhaltung historischem Altbestands und Bürgerbeteiligung waren Fokusthemen.

In den ehemaligen Pferdestallungen wurde die Historie Landaus näher beleuchtet.

Mit einer zwei Tage andauernden Feier mit umfassender Lichtinstallation und Abschlussfeuerwerk. endete am 16./17. Oktober die Landesgartenschau.

Am Ende wurden 823.427 Besucher gezählt. Die kalkulierten 600.000 wurden am 28.August erreicht.

Veranstaltungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Blumenkorso
In Anlehnung an die Blumenkorsos, die es 1954 bis 1989 in Landau gab, wurde diese Fahrt einmalig wiederaufgenommen.
Lichtershow
Am 16. Mai gab es abends auf einer Achse von über 750 Metern Lichtspiele
Vereidigung
464 Menschen welche frisch an der Polizeihoschule Hahn aufgenommen worden waren, wurden am 10. Juli vereidigt.
SWR 4 Schlagernacht: Hochrangige deutsche Schlagerstars wie Michelle oder Semino Rossi traten bei trotz Regen mit über 8.000 Besuchern voll ausgelastetem Gelände am 26. Juli auf.
SWR Sommershow
14. August, Auftritte von Musikern, Aktionen für das Publikum, Besuch der Deutschen Weinkönigin sowie der Dahlienkönigin, Wer keinen Stuhl fand durfte mit Picknickdecke teilnehmen.
RegionaleAmateurTheater
An vier Tagen Anfang August hatten Amateuertheater Möglichkeiten, sich zu präsentieren. Eine Gruppe zog als „Gartenzwerge“ mit Aktionen über das Gelände. Zu Gast war auch das „Théatre Alsacienne Haguenau“,sowie deren Landauer Partnerensemble „Kleine Bühne“.
Chorauftritte
Über die Zeit verteilt traten über 100 Chöre aus der Pfalz auf einer der Bühnen auf. Die „Carmina Burana“ wurde durch ein französisch-deutsches Ensemble aufgeführt.
Konzerte
Unter anderem die „Dicken Kinder von Landau“, „Münchener Freiheit“, die Stadtkapelle Landau, ein ABBA-Pastiche, Elaiza, TARAF Bukarest, das Musical „Klinikum St. Anna“, Annette Postel und Tony Marshall
Tag der Retter, Tag der Polizei
THW; DLRG; Rotes Kreuz. Polizei, Bundeswehr, Malteser und Feuerwehr informierten und demonstrierten an zwei Tagen Mitte August ihre Arbeit. Die Polizei hatte Ende September dann noch einmal einen eigenen Aktionstag.
Tag des Sports
mehrere Sportarten einschließlich Behindertensport, Schach, und Segelflug wurden am 5. September präsentiert und konnten aktiv betrieben werden.
Ruanda-Tag
Im Rahmen einer landesweiten Aktion wurde dieser Tag am 12. September auch auf dem Landesgartenschaugelände gefeiert. Unter Beteiligung von Ministerpräsidentin Dreyer wurde das Land und seine Kultur näher beleuchtet.
Platz der Gartenschauen
An der Stelle, an der im Oktober 1949 im Zuge des SÜWEGA-Abschlusses eine Winterlinde gepflanzt worden war, kam im Oktober 2015 eine Sommerlinde hinzu und der Platz wurde mit Erinnerungstafeln an beide Schauen gestaltet.

Nachnutzung[Bearbeiten]

Planmäßig entstand nach Ende der Schau der „Wohnpark am Ebenberg“, der sich aus Neubauten und erhaltenen Militärgebäuden zusammensetzt, mit dem neu geschaffenen Südpark als Mittelpunkt. Ungefähr 900 Wohnungen wurden nach Fertigstellung der Bauarbeiten Mitte der 2020er Jahre geschaffen. Das auf dem ehemaligen Kohlelager erstellte Sportareal wurde in leicht veränderter Form beibehalten. Hinter der Eutzinger Straße bestehen mit dem markanten Aussichtsturm und der von der protestantischen Landeskirche getragenen Freiluftkirche Elemente der Landesgartenschau fort. Auch die auf dem Weg dorthin wachsenden „Gärten der Pfalz“ blieben erhalten, werden aber nur teilweise gepflegt.

Der Wippring und die Slackline, die zum Bewegungsangebot der Schau gehörten, wurden auf dem Schiller-bzw. Goethepark neu positioniert.

Als Gastronomiebetriebe blieben die „vinothek par Terre“ und das „Weinkontor null41“ nach der Gartenschau längere Zeit erhalten. Letztere schloss Ende 2018.

Die im Zuge der Schau erstellten Flächen für „Urban Gardening“ blieben ebenfalls bestehen und werden von einer stadtweit tätigen Gruppe gepflegt.

Auf dem Gelände des ehemaligen Kohlelagers wurden die Sportangebote erhalten. Eingezäunt wurde der neu entstandene "Spiel und Sportcampus "Am Ebenberg"", welcher tagsüber frei zugänglich ist. Die Finnbahn wurde im Lauf der Jahre mehrfach umgestaltet und zur Dirtbahn erweitert.

Die Brücke über die Bahnlinie im Osten blieben ebenso in Nutzung wie der Bahnhaltepunkt Landau Süd. Die an der Cornichon- und Ebertstraße entfernten Kopfsteinpflaster wurden am Wohnpark am Ebenberg wieder eingesetzt, wo sie an Hauszufahrten und Parkbuchten neue Verwendung fanden.

Das Parkplatzgelände in der Johannes-Koop-Straße wurde von der Stadtverwaltung übernommen und blieb erhalten.