St. Laurentius (Obrigheim)

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St. Laurentius

Die katholische Kirche St. Laurentius befindet sich in Obrigheim (Baden). Sie gehört zur Seelsorgeeinheit Elz-Neckar.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Kirchenfenster im Altbau zeigen, zu Zweiergruppen zusammengestellt, Jesus, Maria und die vier Evangelisten.

Die Chorfenster im Neubau sind optisch denen des Altbaus abgepasst. Sie wurden gestaltet von Valentin Feuerstein aus Neckarsteinach und ausgeführt von der Werkstatt Peter Meysen, Heidelberg. Sie sind gegliedert in:

  • 1) Das Fenster der Herrlichkeit (Untergliedert in "Der wiederkommende Christus" / "Das Himmlische Hochzeitsmahl" / "Der neue Himmel und die neue Erde")
  • 2) Das Fenster der Kreuzigung (Untergliedert in "Die Kreuzigung" /"Die Fußwaschung" /"Die Erschaffung der Eva" /"Der Vorhang des Tempels zerreißt"
  • 3) Das Fenster der Auferstehung (Untergliedert in "Das leere Grab"/ "Der ungläubige Thomas" / "Die Emmausjünger" /"Das Pfingstwunder")

Die Seitenfenster sind thematisch zueinander passend von dem selben Künstlern gestaltet: Die Südfenster zeigen Darstellungen aus dem Alten Testament, die Nordfenster passende Gegenstücke aus dem Neuen Testament. Der Reihe nach sind dies:

  • 1) Die Fenster der Taufe (Durchzug Israels durch das Rote Meer/ Jesu Taufe durch Johannes)
  • 2) Die Fenster der Firmung (Turmbau zu Babel / Geist Gottes am Pfingstfest)
  • 3) Die Fenster der hl. Eucharistie (Jüdisches Paschafest / Letztes Abendmahl)
  • 4) Die Fenster der Buße (Bußpredigt des Jona / Jesu weint über die Sünder)
  • 5) Die Fenster der Krankensalbung (Mose erhöht eine eherne Schlange/ Krankensalbung durch Jesu)
  • 6) Die Fenster der Ehe (Gott verheißt Abraham einen Sohn / Die Hochzeit von Kana)
  • 7) Die Fenster der Priesterweihe ( Mose erhält die 10 Gebote / Jesus bei der Brotvermehrung)

Das Deckengemälde zeigt verschiedene Szenen aus der Apokalypse. Altar, Ambo und Tabernakelstele sind aus rotem Bundsandstein gefertigt. Sie sind nach dem Vorbild eines Kelches mit Ähren gestaltet.

Geschichte[Bearbeiten]

In Obrigheim bestand seit der Reformation in den 1520er Jahren keine katholische Pfarrei mehr, durch den Verlust der Friedenskirche an die Reformierten gab es auch keine eigene Kirche, die Katholiken wurden nach Neckarelz verwiesen. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde ihnen im Rathaus ein Gebetsraum zur Verfügung gestellt.

Ab 1730 gab es aufgrund des starken Wachsens der Gemeinde vermehrt Bemühungen, in Obrigheim eine eigene Pfarrkirche zu errichten. Ein zur Verfügung gestellter Bauplatz konnte schlussendlich nicht genutzt werden. Ein erneuter Versuch fünfzig Jahre später scheiterte aus Geldmangel. Die Situation verschärfte sich, als 1827 das Rathaus wegen Baufälligkeit gesperrt wurde. Man stellte zwar im geplanten Neubau einen erweiterten Raum in Aussicht, vorläufig konnte die Gemeinde jedoch keine ausreichende Unterkunft finden. Nach längerer Diskussion wurde im Frühjahr 1830 dem Bau einer eigenen Kirche zugestimmt.

Es dauerte bis 1832 ehe die Finanzierung sichergestellt war und von Baumeister Greiff aus Aglasterhausen mit dem Bau eines Gotteshauses im Weinbrennerstil begonnen wurde. Geweiht wurde die Kirche schließlich am 4. November 1832. Um die Anschaffung einer eigenen Orgel gab es 1833 einige Kontroversen, die im Herbst des Jahres mit dem vom zuständigen Innenministerium nicht genehmigten eigenmächtigen Kauf einer Orgel gipfelte. Da hierfür der Kirchenfonds belastet wurde, wurde nach einem jahrelangen Streit entschieden, dass die Obrigheimer Katholiken durch eine auf 15 Jahre angesetzte Erhöhung der Kirchensteuer den Orgelkauf refinanzieren mussten.

Bereits zwei Jahre später zeigten sich nach dem Einsturz der Fenster erste Baumängel, 1841 fiel der Dachsims herunter und der gesamte Dachstuhl wurde als gefährlich eingestuft. Die Erben des inzwischen verstorbenen Baumeisters mussten aus ihrem Privatvermögen den Schaden reparieren lassen.

Der Kirche fehlte zunächst das Inventar einer eigenständigen Pfarrkirche, da sie weiterhin Filiale von Neckarelz blieb. Erst im Februar 1864 wurde die Kirche unter dem Namen St. Laurentius zur Pfarrkirche erhoben. Erster Pfarrer wurde im September des selben Jahres Pfarrverweser Valentin Götzinger.

Um 1870 dachte man aufgrund der erneuten Baufälligkeit des Dachstuhls über einen Neubau nach, was jedoch verworfen wurde. 1875 wurde das gesamte Dach neu errichtet. Danach folgten zahlreiche Baumaßnahmen zur Erweiterung der Kirche: 1885 war ausgefüllt mit Bau des Turms, des Chores und der Sakristei sowie einer Generalsanierung. Ein fünfglöckiges Geläut wurde im Jahr darauf schrittweise installiert. 1889 wurde der Kreuzweg hinzugefügt, 1897 eine neue Orgel, im Jahr darauf die Kanzel. 1902 wurde das Dach neu gedeckt, 1911 der Windfang hinzugefügt.

Die kleinste Glocke wurde 1915 wegen eines Defektes getauscht, danach mussten drei Glocken kriegsbedingt abgegeben werden. Erst 1927 wurde eine weitere Glocke hinzugefügt, bei dieser Gelegenheit wurde auch eine elektrische Läuteanlage installiert. Zudem musste erneut das Dach repariert werden. Im April 1942 mussten zwei der Glocken entschädigungslos abgegeben werden. Sie wurden im Oktober 1956 ersetzt. Bereits 1951 war abermals das Dach renoviert worden.

Mitte der 1960er Jahre wurden erste Pläne zu einem Kirchenneubau erstellt, die vorsahen, dass lediglich der Turm bestehen bleiben sollte, der in ein achteckiges Gebäude mit Flachdach integriert werden sollte. Die Diözese Freiburg sagte hierfür finanzielle Mittel zu, und 1971 wurden Anrainergebäude abgerissen, deren Fläche für den Kirchenneubau vorgesehen waren. Da sich die Verhandlungen um ein weiteres benötigtes Grundstück bis Oktober 1980 hinzogen, kamen diese Pläne jedoch nicht zur Ausführung. Bei Baubeginn im Dezember 1981 war das alte Gebäude weitgehend erhalten worden, an der Ostseite wurde nun ein geräumiger Anbau angebracht. Das Inventar wurde teilweise in restaurierter Form übernommen, teilweise neu geschaffen. Die Weihe fand im November 1985 statt. Eine neue Orgel folgte 1988.

Ein Deckengemälde im Neubau wurde bereits in den 1980er Jahren eingeplant, aber aus Kostengründen nicht angebracht. Im Oktober 2000 wurde es schließlich vollendet. Es wurde 1982 entworfen vom Neckarsteinacher Künstler Peter Valentin Feuerstein, und ausgeführt durch seinen Sohn Christoph.

Bisherige Pfarrer[Bearbeiten]

  • 1864 - 1868: Valentin Götzinger
  • 1868 - 1870: Ludwig Stark
  • 1870 - 1881: Ignatz Hippler
  • 1881 - 1896: Friedrich Walz
  • 1896 - 1900: Alfons Burghard
  • 1900 - 1902: Josef Alois Schell
  • 1902 - 1903: Jakob Leuthner
  • 1903 - 1907: Ludwig Goth
  • 1907 - 1909: Philipp Imhof (Pfarrverweser)
  • 1909 - 1936: Alfons Strebel
  • 1936 - 1951: August Stäckler
  • 1951 - 1953: Otto Winkler (Pfarrverweser)
  • 1953 - 1971: Anton Ketterer
  • 1971 - 1987: Gerhard Hönig
  • 1987 - 2004: Rudolf Hauck
  • 2004 Auflösung der Pfarrei und Eingliederung in die Seelsorgeeinheit Elz-Neckar

Weitere Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

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