St. Peter Heppenheim

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Haupteingang
Kreuz vor der Kirche
Fassade und Kreuz bei Dunkelheit

Die Heppenheimer katholische Pfarrkirche St. Peter befindet sich am östlichen Ortsrand. Der regelmäßige Sonntagsgottesdienst beginnt wöchentlich um 10 Uhr. Im Volksmund wird die Kirche auch "Dom der Bergstraße" genannt.

Beschreibung und Inventar[Bearbeiten]

Der längte Teil der Kirche misst 50,85 Meter, der breiteste 33Meter. Die Kuppel als höchster Teil erreicht 60,40 Meter.

Zum Inventar gehören:

  • Eine steinerne Marienstatue, entstanden um 1280
  • Ein Abendmahlsbild aus Kalkstein, welches vermutlich von der Starkenburg stammt und in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstand.
  • Ein Taufstein aus dem Jahr 1700
  • Eine Herz-Jesu-Staute aus dem Jahr 1878
  • Eine "Petrus-in-Ketten-Statue" aus dem Jahr 1886
  • Eine Kanzel aus dem Jahr 1904
  • Drei Epitaphen:
    • Johann Philipp Edel, gest. 1717, Stadtschultheis und Kirchenvorstandsmitglied.
    • Johann Philipp Dietrich Freiherr von und zu der Hees, gest 1724, Kaiserlicher Gesandter und Burggraf der Starkenburg.
    • Johann Adam Zwenger, gest. 1736, ehemaliger Verwalter der Thurn- und- Taxischen Post.
  • Eine Statue von Adolf Kolping, aus dem Jahr 2013

Geschichte[Bearbeiten]

Die älteste Erwähnung einer Kirche in Heppenheim datiert auf den 17. Juli 755. An diesem Tag wurde eine Urkunde ausgestellt, in der ein Marcharius aus Botzheim bei Ladenburg der Kirche seine Hofreite mitsamt in Weinheim gelegenem Zubehör schenkte. Von dieser alten Basilika ist bekannt, dass sie über sechs Seitenaltare verfügte und das sie etwa 20m breit war.

Im Jahr 805 legte Kaiser Karl der Große die Ausmaße des Heppenheimer Kirchspiels fest. Diese Anordnung hat teilweise bis heute Gültigkeit.

Beim Heppenheimer Stadtbrand im Jahr 1369 wurde auch der Kirchturm beschädigt. er erhielt etwa zehn Jahre später eine Erneuerung in gotischen Baustil.

Ab 1623 herrschte in der Kirche ein Simultaneum: Neben der katholischen Gemeinde hatten auch die Calvinisten Nutzungsrecht. Den Kirchenteil, den die Calvinisten für wenige Jahre nutzten, nannte man bis zum Abriss des Altbaus im Jahr 1900 die "Calvinistische Seite". Aus dem Jahr 1628 stammt das älteste erhaltene Kirchenbuch.

1635 nahm der clavinistische Prediger Isaias Flocket, der vier Jahre lang in Heppenheim gewirkt hatte, auf der Flucht vor den heranrückenden spanischen Truppen, sämtliche Sakralgegenstände mit, so dass in der Folgezeit kein geregelter Gottesdienst mehr möglich war.

Mit Einweihung des neuen Friedhofes außerhalb der damaligen Stadtgrenzen begann der langsame Wandel des direkt vor der Kirche gelegenen alten Friedhofes in eine Kirchvorplatz, wie er heute besteht. die letzte Bestattung auf dem alten Friedhof fand 1786 statt. Die Erweiterung war nötig geworden, weil die stark wachende Gemeinde nach zwei Pestwellen 1635 und 1666 mehr Platz benötigte.

Das Wachstum der Gemeinde war auch Grund für eine Kirchenerweiterung, die am 8. August 1700 nach zweieinhalbjähriger Bauzeit fertig gestellt wurde. Dabei wurde der bisher freistehende Turm in den Bau einbezogen, auch blieb das Mauerwerk der unteren Etagen, dass aus frühmittelalterlicher Zeit stammte, teilweise erhalten. Erstmals erhielt die Kirche eine Orgel, die jedoch drei Jahre nach Inbetriebnahme durch Blitzeinschlage schwer beschädigt wurde.

Insgesamt hatte die neue Kirche fünf Glocken, wovon die kleinste von der Kapelle der Starkenburg übernommen worden war.

Die neue Kirche wurde 1732 durch einen Brand, verursacht während Instandsetzungsarbeiten an der Orgel, schwer beschädigt: Das Dach des Langhauses sowie der Chor wurden teilweise zerstört, ebenso waren die Kirchenglocken unbrauchbar geworden. Während die Glocken noch im Jahr des Unglücks ersetzt wurden, wurde eine neue Orgel erst 1742 als Stiftung der politischen Gemeinde Heppenheim angeschafft.

1829 berichtete der Heppemheimer Pfarrer Leopold Kaiser, dass die Kirche zu klein sei und daher erweitert werden müsse. Dreißig Jahre später wurde der Antrag auf Erweiterung abgelehnt. Wäre er genehmigt worden, wären Sakristei und Chor abgerissen und das Gebäude nach Osten hin vergrößert worden. Die Bemühungen wurden dennoch fortgeführt und mehrfach Vorschläge gemacht, ohne dass daraus etwas Konkretes erfolgte. Baumaßnahmen im Zusammenhang mit der Kirche gab es dennoch: 1858 wurde die Orgel generalüberholt, 1860 entstand ein Pfarrhaus, 1869 wurde die Stadtmauer hinter der Kirche zum dem Zweck durchbrochen, den Zugang aus der oberen Vorstadt und den Filialgemeinden zu erleichtern, und 1873 wurden drei der vier Glocken, die nach dem Brand 1732 neu eingebracht worden waren, umgegossen.

Im Mai 1885 wurden schließlich konkrete Baupläne veröffentlicht, die eine Neubau mit Kosten in Höhe von 312.000 Reichsmark vorsahen. Ein Baufonds wurde gegründet, der Geld für den Kirchenbau sammelte. Auch wurde ein an die Kirche angrenzendes Gebäude erworben, das später abgerissen wurde um Platz für den Neubau zu schaffen.

1891 wurden die bisherigen Pläne komplett verworfen: Es war nun nicht mehr die Rede von einem Neubau, statt dessen wurde ein Umbau diskutiert, aber auch diese Idee setzte sich nicht durch. Genehmigt wurde am Ende ein vollständiger Neubau unter Beibehaltung des alten Turmes. Entworfen wurde dieser Bau von Dombaumeister Prof. Ludwig Becker aus Mainz. Für die Zeit der Bauarbeiten wurde in der Gräffstraße eine Notkirche erstellt, welche später als Turn- und Stadthalle genutzt wurde, bis sie 1970 abgerissen wurde, um der neuen Martin-Buber-Schule Platz zu machen. Der letzte Gottesdienst in der alten Kirche fand am 14. Juni 1900 statt, danach begannen die Abrissarbeiten.

Am 1. August 1904 wurde die neue Kirche geweiht. Die Innenausmalung wurde vom aus Mainz kommenden Kirchenmaler Volk übernommen, die Fenster wurden von August Martin aus Wiesbaden und Bernhard Kraus aus Mainz gefertigt. Neben den von der alten Kirche übernommenen Glocken, die im alten Turm Platz fanden, wurde im neuen Turm eine neue, von Dieter Georg Neff und seiner Frau gestifteten und in Bremen gegossene Glocke, die so genannte "Annaglocke" montiert. Die neue Kanzel war ebenfalls eine Stiftung: Die zweifache kinderlose Witwe Katharina Schuttermaier übernahm hierfür die Kosten. Auch zwei Seitenaltäre wurden gestiftet, einer von ihnen aus dem Privatbesitz eines Frankfurter Pfarrers.

Eine neue Orgel konnte hingegen nicht installiert werden. Die alte Orgel war irreparabel von Würmern befallen, so dass für die Notkirche eine kleine Orgel angeschafft werden musste, die aus finanziellen Gründen und in Folge zweier Weltkriege bis 1953 genutzt wurde.

1907 wurde ein Kreuzweg im Innern angebracht. Weitere Baumaßnahmen folgten in schneller Abfolge: 1914 war zunächst die Wiederherstellung einer abgestürzten Glocke notwendig. im Jahr darauf wurde in der Kirche eine Gruft geschaffen, in die die früheren Pfarrer Konrad Sickinger und Dr. Franz Engelhardt gebracht wurden. Wiederum ein Jahr danach wurden durch den aus Worms stammenden Fritz Muth die Chorwände ausgemalt.

1917 mussten drei Glocken zu Kriegszwecken abgegeben werden. Sie wurden 1926 ersetzt. 1925 wurde eine Heizungsanlage installiert, drei Jahre später ein elektrisches Geläut. Das Christusrelief über dem Haupteingang wurde 1930 vom Heppenheimer Bildhauer Müller gefertigt.

1943 mussten abermals die Glocken abgegeben werden. Die Annaglocke, gegen deren Zwangsabgabe Widerstand aufkam, musste von einer auswärtigen Firma demontiert werden, da sich kein Heppenheimer bereit erklärte, dies zu tun. Der Verbleib der Glocke konnte nur so weit geklärt werden, dass sie nicht zu Kriegszwecken eingeschmolzen wurde. Was darüber hinaus mit ihr geschah, ist unbekannt. 1951 wurden alle Glocken ersetzt. Zwei Jahre später wurden die bereits 1942 angefertigten Glasfenster des Glasers Kraus aus Mainz oberhalb der Orgel eingesetzt. 1955 schließlich erwarb man eine vollwertige neue Orgel, die jedoch nur kurze Zeit voll funktionsfähig war. Verschiedene Reparaturen wurden in den nächsten Jahrzehnten durchgeführt, die allesamt nur Notlösungen darstellten, da die Orgel bereits beim Bau fehlerhaft und mit minderwertigem Material versehen war. Es dauerte bis 1996, ehe ein komplett neues Instrument angeschafft wurde.

Nach dreijährigen Dachreparaturarbeiten wurden 1966 die Ergebnisse des 2. Vatikanischen Konzils umgesetzt: Kommunionbank, Kanzel und Bischofsitz wurden demontiert, Bänke wurden umgestellt oder ebenfalls entfernt, die Seitenaltäre in den Kirchenschiffen wurden versetzt. Auch der Altar wurde auf eine so genannte Altarinsel gestellt.

Am 14. Januar 1980 kam es zu einer Brandstiftung durch zwei Jugendliche, die Instandsetzungsarbeiten zogen sich danach über ein Jahr hin.

Die letzten größeren Veränderungen erfolgen 2002: Die Kanzel, die 1966 entfernt worden war, wird wieder aufgestellt und die Altarinsel wird vergrößert, außerdem wird eine neue Beleuchtung installiert.

Dom der Bergstraße[Bearbeiten]

Die Bezeichnung "Dom der Bergstraße" stammt aus dem Jahr 1904, als der Heppenheimer Pfarrer Mischler mit dem Mainzer Bischof Dr. Georg Heinrich Kirstein nach Fertigstellung der Kirche diese begutachtete. Kirstein soll geäußert haben, dass der Kirche ein Bischof fehle.

Adresse[Bearbeiten]

Pfarrbüro St. Peter Heppenheim
Kirchengasse 5
64646 Heppenheim
Telefon: (0 62 52) 93 09 0
Telefax: (0 62 52) 93 09 24
E-Mail: pfarrbuero(a)stpeter-heppenheim.de

Lage[Bearbeiten]

„St. Peter Heppenheim” im Stadtplan:

Weblinks[Bearbeiten]

Offizielle Webpräsenz „St. Peter Heppenheim“