Heidelberg Hauptbahnhof

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Disambig-50px.png Dieser Artikel beschreibt den Hauptbahnhof Heidelberg der Deutschen Bahn; für die Bus- und Straßenbahnhaltestelle siehe (H) Hauptbahnhof.


Nordeingang des Hauptbahnhof Heidelberg mit DB-Logo

Der Hauptbahnhof Heidelberg ist ein 1955 erbauter Durchgangsbahnhof der Kategorie 2. Er ist an das Nah- und Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn DB angeschlossen. Bis 1955 existierte bereits sein Vorgängerbahnhof unter diesem Namen, an einem anderen Standort.

Allgemeines[Bearbeiten]

Der Hauptbahnhof Heidelberg ist der einzige Fernbahnhof in Heidelberg und Start- und Endpunkt für verschiedene Regionalzüge der DB sowie für verschiedene Linien der S-Bahn Rhein-Neckar. Er wird außerdem vom privatwirtschaftlich betriebenen Flixtrain (früher Locomore) angefahren.

Die Anlage liegt am westlich der Weststadt, südlich Bergheims und nördlich er in den 2000er und 2010er errichteten Bahnstadt. Seine geographische Lage verdankt er der Notwendigkeit eine Durchbindung von Mannheim, sowohl Richtung Karlsruhe als auch in das Neckartal zu ermöglichen. Am historischen Kopfbahnhofs am Rande der Altstadt war das nicht möglich.

Der Bahnhof gilt als Bahnhof der Kategorie 2. Er verfügt über einen Informationsschalter, ein Reisezentrum, Schließfächer, Mobilitätsservice, Barrierefreien Zugang ins Gebäude und auf die Gleise, Toiletten (kostenpflichtig), Parkplätze (kostenpflichtig), Fahrradstellplätze, einen Taxistand und Räume der Bahnhofsmission[1].

Es führen zehn Gleise durch den Hauptbahnhof, von denen neun per Bahnsteig erreichbar sind. Gleis 6 hingegen hat keine Bahnsteiganbindung.

Anbindung[Bearbeiten]

Heidelberg Hauptbahnhof DB
 Ankunft   Abfahrt 

Der Hauptbahnhof Heidelberg ist an das ICE-Netz, sowie das IC/EC-Netz der DB Fernverkehr angebunden. Außerdem verkehren RE und RB-Züge sowie die Linien S1, S2, S3, S4, S5, S51 der S-Bahn Rhein-Neckar.

Güterbahnhof am li. Bildrand, weiteroben Betriebswerk; vom Hubschrauber aus, 26.11.06

Um den Hauptbahnhof herum befinden sich verschiedene Bus- und Straßenbahnhaltestellen des Nah- und Regionalverkehrs sowie der Fernbusbahnhof. Die Hauptanbindung besteht durch die Haltestelle (H) Hauptbahnhof, die durch die Nord- und Ostausgänge erreicht werden können. Durch den Südausgang ist außerdem die Haltestelle (H) Hauptbahnhof (Süd) erreichbar.

Im Schienennetz der Deutschen Bahn liegt besteht westwärts die Anbindung nach Mannheim, sowie die Abzweigung nach Norden bei in Mannheim-Friedrichsfeld. Von der Ostausfahrt des Bahnhofs wird die Strecke nach Karlsruhe über Bruchsal erreicht, sowie die Neckar- und Elsenztalbahn.

Sowohl die Strecke nach Mannheim, als auch die Strecke nach Bruchsal/Karlsruhe werden sowohl für den Fernverkehr, Güterverkehr, Regionalverkehr, S-Bahn Verkehr als auch von Privatbahnen wie dem Flixtrain genutzt. Sie sind über weite Strecken nur zweigleisig ausgebaut, was dazu führt, dass sich Verspätungen durch die verschiedenen Zuggattungen verbreiten, da nicht genügend Überholmöglichkeiten bestehen um z.B. einen verspäteten ICE an einer pünktlichen S-Bahn vorbeifahren zu lassen. Diese Engpässe führen dazu, dass beispielsweise die S-Bahn Linien S5 und S6 entgegen ihrer ursprünglichen Planung nicht von Sinsheim bzw Eppingen durchgebunden werden konnte, sondern die S5/S51 in Heidelberg endet und die S6 erst in Mannheim startet.

Da die Strecken als überlastet gelten, bleibt auch die 30 Minuten-Taktung für S-Bahnen auf den Entsprechenden Streckenabschnitten bis ins Jahr 2033 bestehen[2].


Gebäude[Bearbeiten]

Bahnhofshalle mit nordöstl. Flügelanbau im Abendlicht

Der Neubau des Bahnhofs orientierte sich am zeigenössischen Verständnis der 1950er Jahre des Designgrundsatzes "form follows function". So ist der Bahnhof ein Zweckbau im Gegensatz zu den prunkvollen Repräsentationsbauten vorhergehender Jahrzehnte. Der Entwurf gliederte sich daher in vier wesentliche Elemente: Empfangshalle inklusive Vorplätzen, Verwaltungs- und Gastronomietrakt, Bahnsteigbrücke und die Bahnsteige mit ihren geschwungenen Spannbetonüberdachungen (nur noch teilweise erhalten). Die Erschließung für die Bahnpost blieb weitgehend unsichtbar. Betriebsleitung und Stellwerk waren z. T. hinter der Empfangshalle "versteckt".

Die zweiseitig verglaste Schalterhalle im Empfangsgebäude ist 16 x 52 Meter groß und vier Stockwerke hoch. Sie wirkt trotz der Baumasse dadurch von Außen und Innen recht transparent, leicht. An der Außenfassade ist eine große Normaluhr angebracht. In dieser Fassade sind zwischen den Türbereichen zur Stadt hin drei sich sowohl nach innen als auch nach außen zu öffnende Kioske eingebaut, wobei die öffnung nach außen heute nicht mehr genutzt wird.

An der Stirnwand zu den Gleisen befindet sich eine Normaluhr und eine Wandmalerei in Sgraffitotechnik ("Sonnenwagen") von Joseph Karl Huber. Die gegenüberliegende Seite zum Nordausgang wurde über jahrzehnte durch eine Werbung der Heidelberger Druckmaschinen geprägt, die heute nicht mehr zu sehen ist.

Im Verwaltungs- und Gastronomietrakt sind bzw. waren im Erdgeschoss Wartesäle und Wirtschaftsbetriebe einschließlich der nötigen Küchenanlagen untergebracht. Die frühere Bahnhofsgaststätte wurde in den 2000ern komplett neu gestaltet und erst durch das Café Zapata und schließlich durch das Metropolis bewirtschaftet. Das Metropolis ist sowohl durch die Empfangshalle, als auch vom Bahnhofsvorplatz durch seine großen verglasten Türen erreichbar. Das Untergeschoss dieses Gebäudeteils nahm die öffentlichen Toiletten und Friseur-, Wasch- und Baderäume auf. Nur über den Vorplatz erreichbar ist das benachbarte McDonald's-Restaurant und das angebaute Ibis-Hotel

Die Planung des Empfangsgebäudes ist ein Werk des Hochbaudezernenten der Bundesbahndirektion Stuttgart Helmuth Conradi (1903-1973), einem Architektur-Schüler von Paul Schmitthenner und Paul Bonatz an der TH Stuttgart.


Geschichte[Bearbeiten]

Der Hauptbahnhof Heidelberg erlebte als ein frühes Großbauprojekt der Bundesrepublik in eine Zeit der mehrfachen Verkehrswende. Im Gegensatz um alten Hauptbahnhof, der zu klein konzipiert und zu kompliziert angebunden, schnell ein seine Kapazitätsgrenzen stieß, zeichnete sich beim neuen Hauptbahnhof als Folge des motorisierten Individualverkehrs eine Überkapazität ab. In Folge verschiedener Strecken- und Infrastrukturstilllegungen und massiv steigender Fahrgastzahlen in den 2010er Jahren, stößt heute auch der "neue" Hauptbahnhof an die Grenzen seiner Kapazität.

Ehemaliger Hauptbahnhof[Bearbeiten]

→ Hauptartikel: Ehemaliger Heidelberger Hauptbahnhof

Ausfahrt eines Zuges aus dem Heidelberger Bahnhof, 1840

Der Vorgängerbau entstand in den Jahren nach 1840. Bereits damals wurde an der Stadtmauer einer der ersten deutschen Bahnhöfe unweit des heutigen Verkehrsknotens Bismarckplatz auf der damals grünen Wiese, weit außerhalb, errichtet. Es ging um die erste badische Bahnverbindung nach Mannheim. Als 1846 die Strecke nach Frankfurt hinzukam, wurde neben dem bereits bestehenden Badischen Bahnhof ein weiterer Kopfbahnhof, der Main-Neckar-Bahnhof, ungefähr da errichtet, wo heute das Mengler-Hochhaus steht. Das durch den Abriss gewonnene innerstädtische Gelände, die ehemaligen Gleisanlagen mit ihren störenden Bahnübergängen am Römerkreis und Seegarten, wurden bis 1956 komplett demontiert und mit damals modernen Behördenbauten und der Kurfürsten-Anlage,einer vierspurigen Verkehrsachse für Kfz-Fahrzeuge neu besiedelt.

Neubau und Eröffnung[Bearbeiten]

1953 entstand in Heidelberg einer der modernsten Bahnhöfe, ausgestattet mit neuster Technik im Nachkriegsdeutschland. Das "Kopfmachen" der Züge konnte entfallen. Am 5. Mai 1955 wurde der Hauptbahnhof vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss eröffnet. Der Umzug von Bahnhof und Gleisanlagen aus der Stadtmitte um zwei Kilometer nach Westen erforderte jahrelange Bauarbeiten und detaillierte Planungen, weil der Verkehr auf den Gleisen immer aufrecht erhalten wurde.

Stilllegung der Strecke Heidelberg-Schwetzingen[Bearbeiten]

Am 1. Februar 1967 wurde die Bahnstrecke Heidelberg-Schwetzingen (bis 1945 Heidelberg-Speyer) stillgelegt. Die Bahnstrecke stand in direkter Konkurrenz zur Straßenbahnlinie Heidelberg-Schwetzingen, die sieben Jahre später ebenfalls stillgelegt wurde. Seither existiert keine direkte Bahnverbindung mehr zwischen den Städten.

Stilllegung der Drehscheibe und Schiebebühne[Bearbeiten]

Die Drehscheibe zum Wenden von Dampflokomotiven im alten Betriebsbahnhof Heidelberg wurde am 27. September 1998 stillgelegt und erregte im Rahmen der Großbaustelle Bahnstadt noch einmal mediale Aufmerksamkeit. Das "neue" Bahnbetriebswerk, am Ochsenkopf verfügte bereits nur noch über eine Schiebebühne für Elektrolokomotiven. [3]

Modernisierung für S-Bahn-Betrieb[Bearbeiten]

Um Standards des S-Bahn-Betriebs zu genügen wurden zum Start der S-Bahn Rhein-Neckar Aufzüge an den Bahnsteigen eingebaut, die als S-Bahn Halt vorgesehen waren. Eine uneinheitliche Ausstattung der Bahnsteige existiere bereits früher, als bei den Bahnsteigen mit IC-Halt Rolltreppen eingebaut wurden, auf den anderen nicht.

Stilllegung des Stellwerks[Bearbeiten]

Im November 2006 wurde das alte Stellwerk in Heidelberg stillgelegt. Seine Stelle trat das elektronische Stellwerk (ESTW) in Karlsruhe, von wo aus der die Weichen und Signale des Hauptbahnhofs zentral gesteuert werden. Für die Umstellung am 25. und 26. November 2006 wurde der Bahnverkehr im Bereich des Hauptbahnhofes vollständig eingestellt.

Erweiterung der Querbahnsteighalle und Gleis 10[Bearbeiten]

Erweiterung der Querbahnsteighalle

Mit der Errichtung des Stadtteils Bahnstadt entstand die Notwendigkeit einen Ausgang in Südrichtung zu schaffen. Die notwendigen Baumaßnahmen wurden 2011 durchgeführt. Dazu musste die Querbahnsteighalle aus den 1950er Jahren, die über der Gleisanlage endete, bis auf den Bereich hinter den Gleisen verlängert werden. Bei der Verlängerung wurde der Stil des Bestandsbau mit den Glasflächen auf der gesamten Höhe beibehalten um einen unauffälligen Übergang zu schaffen. Am Ende der Erweiterung wurde ein Aufzug und zwei Treppenaufgänge geschaffen, da der Straßenzugang auf Höhe der Gleise lag. Der Erweiterungsbau ist bei Dunkelheit an der blauen Beleuchtung der Glasflächen zu erkennen. Außerdem ist die Betondecke im Gegensatz zum Bestand nicht gewölbt. Im Rahmen der Verlängerung wurde ebenfalls der Bahnsteig für Gleis 10 ausgebaut. Der Ausgang Süd/Bahnstadt ist eine Übergangslösung bis zur Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes Süd.

Bilder[Bearbeiten]

Anschrift[Bearbeiten]

Willy-Brandt-Platz 5
69115 Heidelberg (Bergheim)

Literatur und Referenzen[Bearbeiten]

  1. Heidelberg auf bahnhof.de der Deutschen Bahn, Abgerufen am 15.10.2018
  2. Pressemitteilung Vertragsunterzeichnung für den Betrieb der S-Bahn Rhein-Neckar, Verkehrsministerium Baden-Württemberg vom 21.05.2015
  3. Rhein-Neckar-Zeitung, Nr. 175 vom 25. Nov. 2008, Seite 5
  • Josef Kaiser, Martin Schack, Richard Winter: 50 Jahre neuer Heidelberger Hauptbahnhof. Von den Anfängen bis zum modernsten Bahnhof Deutschlands. Message, Ludwigshafen am Rhein. 2005. 140 S. ISBN 3934845258 (erschienen zum Bahnhofsjubiläum)
    • darin Josef Kaiser: Heidelberger Zentralstation feierte Jubiläum (online mit mehreren Abbildungen)
  • Martin Schack: Neue Bahnhöfe. Empfangsgebäude der Deutschen Bundesbahn 1948 bis 1973. Neddermeyer. 216 Seiten – 2004. ISBN 3933254493
  • Burkhard Wollny, Andreas Knipping: Deutsche Bundesbahn. Ein Rückblick auf die Jahre 1949-1993. Transpress. 408 Seiten – 2005. ISBN 3613712725
Links zur Verlängerung der Bahnsteighalle
Weitere Fotos, Geschichten...


Weblinks[Bearbeiten]

Links zur Bahn
3-Löwen-Takt - eine telefonische Fahrplanauskunft
für Bus und Bahn unter
Telefon: 01 80 5 77 99 66 (12 Ct./min. im Telekom-Festnetz).
Der 3-Löwen-Takt bietet Bahn-Specials für Baden-Württemberg