Ladenburg

Aus dem Rhein-Neckar-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ladenburg und Neckar
Marktplatz von Ladenburg mit Mariensäule

Ladenburg ist eine Stadt im Rhein-Neckar-Kreis.

Lage[Bearbeiten]

Ladenburg liegt am Neckar auf einem Schwemmkegel. In einer Entfernung von etwa 11 km liegen die Städte Mannheim und Heidelberg.

Gliederung[Bearbeiten]

Zur Stadt Ladenburg gehören die Weiler Neubotzheim und Neuzeilsheim und der Ortsteil Rosenhof. Im Industriegebiet Altwasser, westlich der Weststadt gelegen, war die Firma Reckitt Benckiser ansässig, die den Produktionsstadtort 2016 geschlossen hat. Ein weiteres Gewerbegebiet ist weiter nordwestlich ausgewiesen (Hohe Straße II).

Geschichte[Bearbeiten]

Ladenburg ist eine der ersten und bedeutendsten Stadtgründungen Baden-Württembergs und eine der ältesten Städte Deutschlands.

Angehörige eines keltischen Stammes legten die Ursprünge der heutigen Stadt. Im Südosten der Stadt wurden Reste einer Keltenschanze, einer quadratischen Anlage, die möglicherweise kultischen Zwecken diente, ausgegraben.


Um 40 nach Christus siedelten die Römer Sueben an, die von ihnen Suebi Nicrensis (Neckar-Sueben) genannt wurden. In den Jahren 74 bis 75 wurde in Lopodunum ein römisches Holz-Erde-Kastell mit einem Lagerdorf (vicus) errichtet.

Vermutlich im Jahre 98 nach Christus[1] erhob der römische Kaiser Trajan Ladenburg zum Hauptort der Civitas Ulpia Sueborum Nicrensium, benannt nach den von den Römern hier angesiedelten Sueben. Damit konnte sich Ladenburg zur römischen Provinzstadt entwickeln. Um 200 erlebte das römische "Lopodunum" eine Blüte: Innerhalb einer Stadtmauer gab es Tempel, Theater, Thermen, ein Forum und eine Marktbasilika. Im Gewann Ziegelscheuer wurde eine Villa Rustica ergraben, die in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. errichtet wurde (zuvor war dort eine neckarsuebische Siedlung gewesen) und um 200 n. Chr. in einen repräsentativen Stein-Fachwerkbau umgebaut wurde. Studenten der Universität Heidelberg (Fach Klassische Archäologie) erarbeiteten im Sommersemester 2012 Im Rahmen eines 3-D-Kurses Rekonstruktionsversuche.[2]

Um das Jahr 260 verdrängten Alamannen die Römer. In der Folge verschwanden Zeichen der römischen Zivilisation. Um 500 drängten die Franken die Alamannen nach Süden ab und gründeten in Ladenburg einen Königshof. Um 600 trat der fränkische Konig Dagobert I. Ladenburg an den Bischof von Worms ab und es begann eine bis zum Jahr 1705 währende bischöfliche Herrschaft. Ladenburg entwickelte sich zu einer mittelalterlichen Stadt. Aus dieser Zeit stammen die Galluskirche, die Bischofshof - Sommerresidenz der Wormser Bischöfe, der Bischofshof (heute Lobdengau Museum) und der Fürstenbau (heute Stadtbibliothek.

Im 9./l0. Jahrhundert erhielt die Stadt eine erste und um 1200 eine erweiterte Stadtmauer. Von dieser Stadtmauer sind heute das Martinstor, der Hexenturm und Teile des Pfaffentums erhalten. Mit der Zerschlagung der Kurpfalz durch Napoleon endete die Ära der Kurfürsten.

Von 1904 bis zu ihrem Tode lebten Carl Benz (1844-1929) und Bertha Benz (1849-1944) in Ladenburg.

Seit Beginn der 1960er Jahre wird die historische Altstadt unter Mithilfe des Landes Baden-Württemberg durch gezielte Förderung privater und öffentlicher Initiativen saniert.

1973 wurde bei einem Anbau an das Carl-Benz-Gymnasium in der Baugrube eine alte Holzkiste gefunden. Ein bis dahin einmaliger Bronzeschatz aus 81 Teilen, der Beschläge eines Prunkportals für einen Tempel ( ? ), war entdeckt worden. Das Original befindet sich seitdem im Landesmuseum in Konstanz. Eine Kopie des Schatzes wird im Lobdengaumuseum an einem großen Holztor gezeigt, das ein Tempeltor der damaligen Zeit - aus dem griechisch-römischen Altertum - nachahmt.

1994 wurde Ladenburgs Stadtkern, das sogenannte "Schriesheimer Viertel", durch eine Verordnung der Denkmalschutzbehörde zum Grabungsschutzgebiet erklärt. Das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg unterstützt durch Grabungen und Veröffentlichungen die weitere Erschließung der Ladenburger Geschichte.

1998 wurde das Stadtjubiläum "1900 Jahre Ladenburg" gefeiert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Lobdengau-Museum
  • Mechanisches Musikmuseum
  • Galluskirche
  • Carl-Benz-Haus (Wohnhaus und erste Garage) und Automuseum Dr. Carl Benz
  • Neunhellerhaus
  • Eisenbahnbrücke

Lobdengau-Museum[Bearbeiten]

Das Lobdengau-Museum zeigt die Schwerpunkte Archäologie, Stadtgeschichte und Volkskultur.

Automuseum Dr. Carl Benz[Bearbeiten]

Das Automuseum Dr. Carl Benz befindet sich seit 2005 in fast 100 Jahre alten Fabrikhallen von C. Benz Söhne. Ausgestellt wird die Sammlung Winfried A. Seidel.

Automuseum Carl Benz

Eisenbahnbrücke Ladenburg - Neckarhausen[Bearbeiten]

Die Main-Neckar-Bahn quert den Neckar zwischen Ladenburg und Neckarhausen auf der ältesten erhaltenen badischen Eisenbahnbrücke.

1843 wurde der Staatsvertrag zwischen Baden, Hessen und der Stadt Frankfurt zum Bau der Main-Neckar-Bahn geschlossen. Am 01.08.1846 wurde die Strecke eröffnet. Die provisorische Holzbrücke über den Neckar war anfangs aber für die schweren Lokomotiven nicht befahrbar, so dass die Wagen einzeln von Hand über die Brücke geschoben werden mussten. Am 09.10.1846 konnten nach einer hölzernen Verstärkung der Brücke ganze Züge in Schritttempo den Fluss queren. Am 14.08.1848 wurde die von Ingenieur Dyckerhoff erbaute steinerne Brücke eingeweiht. 1931/32 wurde die Brücke verstärkt und um einen Fußgängerüberweg erweitert. Am 26.03.1945 wurde die Brücke durch die Wehrmacht beim Rückzug gesprengt. Der anschließend erbaute provisiorische Holzsteg wurde am 25.02.1947 durch ein Hochwasser stark beschädigt. 1948 wurde die heutige Brücke erbaut. 1999/2000 wurde anschließend der Fußgängersteg erweitert.

Eisenbahnbrücke Ladenburg - Neckarhausen

Wirtschaft[Bearbeiten]

Es gibt in Ladenburg rund 4 700 Arbeitsplätze. Die größeren Arbeitgeber sind die Unternehmen ABB (rund 400 Beschäftigte) und Bäko. Bis Mitte 2016 gehörte auch die Firma Reckitt Benckiser, die Reinigungsmittel für Geschirrspülmaschinen in Ladenburg herstellte, zu den großen Gewerbesteuerzahlern und zu den größeren Arbeitgebern mit ehemals 450 Arbeitnehmern. Diese Firma hat die Produktion nach Polen verlegt. Der Ausfall an Gewerbesteuer trifft die Stadt Ladenburg hart, da man nun noch nicht weiß, wie in Zukunft städtische Einrichtungen wie das Freibad, die Bibliothek, das Museum und die Musikschule finanziert werden sollen.[3]

Stadtplanung[Bearbeiten]

Die Stadt Ladenburg will zusammen mit der Gemeinde Ilvesheim auf der westlichen Gemarkungsgrenze, noch zum Industriegebiet Altwasser gehörig, Geländeflächen gemeinsam entwickeln. Hier sollen Gewerbeunternehmen angesiedelt werden, die in den Kommunen willkommen sind.

Schönheitspreise[Bearbeiten]

Ladenburg hat im Bundeswettbewerb "Stadtgestalt und Denkmalschutz im Städtebau" für seine Bemühungen um die erhaltende Erneuerung des Altstadtkerns eine Goldplakette erhalten. Ladenburgs Neckarufer (von Neckarhausen aus gesehen)

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Altstadtfest[Bearbeiten]

Alljährlich findet am 2. Wochenende im September das Altstadtfest statt. Dann wird die gesamte Altstadt von Samstag früh morgens bis Sonntag Abend zu einem einzigen bunten Flohmarkt. Zahlreiche Stände mit kulinarischen Köstlichkeiten runden das Angebot ab.

Fischerfest[Bearbeiten]

Das Fischerfest in Ladenburg ist eine Veranstaltung des ASV 1923 Ladenburg (Anglersportverein). Das Backfischfest oder Fischerfest findet jedes Jahr am ersten Juliwochenende in Ladenburg statt.

Drachenbootrennen[Bearbeiten]

Das Drachenbootrennen in Ladenburg ist eine Veranstaltung des Vereins FV 03 Ladenburg, Abteilung Drachenboot.

Triathlon[Bearbeiten]

Der RömerMan Triathlon findet jährlich Mitte Juli statt. Das ganztägige Event bietet Strecken für Kinder (RömerKids), Freizeitsportler (Fitnesstriathlon) und Ambitionierte (RömerMan). Begleitet wird alles durch ganztägige Unterhaltung, Bewirtung und eine abendliche Finisherparty. Veranstalter ist die Abteilung Leichtathletik/Triathlon der LSV Ladenburg

Weihnachtsmarkt[Bearbeiten]

Der Weihnachtsmarkt in Ladenburg, findet jedes Jahr an den 4 Adventswochenenden vor Weihnachten jeweils von Freitags bis Sonntags statt. Rund um den Marktplatz sind Weihnachtsbuden aufgebaut und die ganze Altstadt ist festlich geschmückt.

Vereine[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Eine Partnerschaft, die aus einem Hilfsprojekt hervorgegangen ist, besteht seit 1983 mit Garango in Burkina Faso, seit 1984 mit Paternion in Kärnten (Österreich).

Straßenverkehr[Bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten]

Ladenburg ist über die Buslinie 628 an den Mannheimer Stadtteil Seckenheim sowie an Schriesheim angebunden. Ladenburg verfügt über einen Bahnhof der DB.

Ladenburg Bahnhof

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nach archäologischen Erkenntnissen von Sebastian Sommer könnte die Gründung auch erst nach den Dakerkriegen geschehen sein. Der Zweite Dakerkrieg Trajans endete 106. Siehe Ladenburg-Lexikon, Seite 343
  2. Bericht mit Bildern zu der Veranstaltung [1]
  3. Logistik-Pläne stoßen auf Widerstand, Rhein-Neckar-Zeitung vom 29. März 2017, Seite 9

Weblinks[Bearbeiten]

Orte des Rhein-Neckar-Kreises

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ladenburg aus dem Stadtwiki Karlsruhe. Die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste. Wie im Rhein-Neckar-Wiki stehen alle Texte des Stadtwiki Karlsruhe unter der CC-Lizenz BY-NC-SA.