Rhein-Neckar-Kreis

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Der Rhein-Neckar-Kreis ist der bevölkerungsreichste Landkreis in Baden-Württemberg.

Lage[Bearbeiten]

Der Rhein-Neckar-Kreis entstand 1973 aus den größten Teilen der ehemaligen Landkreise Mannheim, Heidelberg und Sinsheim sowie einer Gemeinde des Landkreises Mosbach.

Seine Gliederung ist dementsprechend eine Mischung aus städtischen Gebieten und auf die Großstädte bezogenen Umlandgemeinden. Erst weiter im Osten und Südwesten geht er in mehr ländliche Strukturen über.

Der Kreis liegt im Nordwesten des Landes Baden-Württembergs und gehört zur Region Rhein-Neckar im Regierungsbezirk Karlsruhe. Der Verwaltungssitz liegt in Heidelberg in der Kurfürsten-Anlage). Eine Filiale des Landratsamtes des Rhein-Neckar-Kreises gibt es in Sinsheim.

Im Westen umgibt der Kreis große Teile von Mannheim. Östlich schließt sich der Neckar-Odenwald-Kreis an. In das Kreisgebiet ragt von Norden ein schmaler Streifen, der zum Land Hessen gehört. Es sind die zum Kreis Bergstraße (HP) gehörenden Gemeinden Neckarsteinach und Hirschhorn (Neckar) und der hessische Teil von Igelsbach.

Der Rhein-Neckar-Kreis liegt zum größten Teil in der Oberrheinischen Tiefebene (kurz auch: Rheinebene), westlich unterhalb des Kraichgaus und umfasst Teile des Odenwalds. Der Hügelstreifen von Wiesloch nordwärts entlang von Heidelberg und Weinheim bis Darmstadt heißt auch als Landschaftsgebiet "Bergstraße" (oberhalb der Rheinebene) und ist eine der wärmsten Gegenden Deutschlands.

Seine Verwaltung, das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis, hat ihren Sitz in Heidelberg in der Kurfürsten-Anlage. Das Autokennzeichen beginnt mit HD. Oft wird er auch einfach Landkreis Heidelberg im Gegensatz zu Stadtkreis genannt. Dies entspricht einer früheren Bezeichnung. (Die Stadt Heidelberg gehört selbst aber nicht zum Landkreis sondern ist kreisfreie Großstadt.) Verschiedene Filialen des Landratsamtes des Rhein-Neckar-Kreises gibt es in Sinsheim oder Weinheim.

Bewohner[Bearbeiten]

Ca. 535 000 Einwohnerinnen und Einwohner (2008). Die demografische Entwicklung soll in den nächsten Jahren dank Zuwanderungsgewinnen aus Hessen und dem Schwäbischen stabil bleiben.

Sozialversicherungspfllichtige Beschäftigte gab es fast 135 000. Davon arbeiten die meisten Vollzeit. In Teilzeit sind es 2005 21.573 gewesen, wobei der Frauenanteil mit 86 % überdurchschnittlich hoch ist. Das entspricht den Vorjahren und den übrigen Gebieten in Baden-Württemberg.

Vorgeschichte, Urgeschichte und Geschichte[Bearbeiten]

Der Homo heidelbergensis war ein Urmensch, dessen versteinerter Unterkiefer bei Mauer in einer Sandgrube gefunden wurde. Im Kreis gab und gibt es noch viele weitere Fossilien.

Bis 1802 bildete das Gebiet des heutigen Rhein-Neckar-Kreises das Kerngebiet der Kurpfalz, deren Fürsten ihre Residenz (Amtssitz) in Heidelberg bzw. ab 1720 in Mannheim hatten. Die Kurfürsten herrschten zugleich über andere Gebiete und waren zum Teil jahrzehntelang nicht vor Ort.

1778 - Nach dem Wegzug des kurfürstlichen Hofes von Mannheim nach München hatte der jeweilige Statthalter des nun bayrischen Kurfürsten seinen Sitz in Mannheim.

Die früheren Kreise Heidelberg, Mannheim und Sinsheim gingen im Kern auf die alten badischen Bezirksämter zurück, die im Laufe der Geschichte im Zuschnitt mehrmals verändert worden waren. Das Land Baden entstand durch den Sieg Napoleons nach 1802.

1939 entstanden im Land Baden (zugleich Bezeichnung eines NS-Gaus) die Stadtkreise Heidelberg und Mannheim. Seither gehören beide Städte nicht mehr zu dem jeweiligen Gebiet der sie umgebenden Landkreise.

Einkommen, statistisch betrachtet[Bearbeiten]

Das Jahreseinkommen pro Einwohner liegt statistisch bei 19.347 Euro (2004, ergab im Durchschnitt ca. 1.600 im Monat). Im Nachbarkreis Neckar-Odenwald-Kreis bei 16.929 Euro. Baden-Württembergischer Durchschnitt sind 19.233 Euro.

(Zahlen des Stat. Landesamtes Ba-Wü.)

Politik[Bearbeiten]

An der Spitze des Kreises steht der von der Bevölkerung direkt gewählte Landrat, seit 2010 ist das Stefan Dallinger. Er ist zugleich der Vorsitzende des Kreisparlaments, des Kreistages, der aus 105 gewählten Kreisräten besteht. Näheres unter Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis.


Gemeinden, Gemeindeverwaltungsverbände im Kreis[Bearbeiten]

37 Gemeinden und 17 Städte, davon 6 Große Kreisstädte, bilden die kommunale Ebene im Kreis. Dort werden Gemeinderäte und Bürgermeister(-innen) gewählt.

Übersicht über die Städte, Gemeinden und Gemeindeverwaltungsverbände im Rhein-Neckar-Kreis[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2016|Fläche)

Städte[Bearbeiten]

Städte

Große Kreisstädte[Bearbeiten]
  1. Hockenheim, Große Kreisstadt, (21.625, 34,8 km²)
  2. Leimen, Große Kreisstadt , (27.076, 20,6 km²)
  3. Schwetzingen, Große Kreisstadt (21.580, 21,6 km²)
  4. Sinsheim, Große Kreisstadt (35.410, 127,0 km²)
  5. Weinheim, Große Kreisstadt (44.954, 58,1 km²)
  6. Wiesloch, Große Kreisstadt (26.542, 30,3 km²)
Sonstige Städte[Bearbeiten]
  1. Eberbach (14.670, 81,2 km²)
  2. Eppelheim , (15.241, 5,6 km²)
  3. Hemsbach , ((12.085, 12,9 km²)
  4. Ladenburg , (11.555, 19,0 km²)
  5. Neckarbischofsheim (4.066, 26,4 km²)
  6. Neckargemünd (13.268, 26,4 km²)
  7. Rauenberg (8.627, 11,1 km²)
  8. Schönau ((4.444, 22,5 km²)
  9. Schriesheim (14.983, 31,6 km²)
  10. Waibstadt (5.719, 26,6 km²)
  11. Walldorf (15.460, 19,9 km²)

Gemeinden[Bearbeiten]

  1. Altlußheim (5.849, 16,0 km²)
  2. Angelbachtal (5.011, 17,9 km²)
  3. Bammental (6.504, 12,2 km²)
  4. Brühl (14.114, 10,2 km²)
  5. Dielheim (8.899, 22,7 km²)
  6. Dossenheim (12.440, 14,1 km²)
  7. Edingen-Neckarhausen (14.020, 12,0 km²)
  8. Epfenbach (2.409, 13,0 km²)
  9. Eschelbronn (2.651, 8,2 km²)
  10. Gaiberg (2.372, 4,2 km²)
  11. Heddesbach (474, 8,2 km²)
  12. Heddesheim (11.378, 14,7 km²)
  13. Heiligkreuzsteinach (2.585, 19,6 km²)
  14. Helmstadt-Bargen (3.749, 28,0 km²)
  15. Hirschberg an der Bergstraße (9.898, 12,4 km²)
  16. Ilvesheim (9.121, 5,9 km²)
  17. Ketsch (12.712, 16,5 km²)
  18. Laudenbach (6.156, 10,3 km²)
  19. Lobbach (2.363, 14,9 km²)
  20. Malsch (3.587, 6,8 km²)
  21. Mauer (3.970, 6,3 km²)
  22. Meckesheim (5.097, 16,3 km²)
  23. Mühlhausen (Kraichgau) (8.419, 15,3 km²)
  24. Neidenstein (1.789, 8,5 km²)
  25. Neulußheim (6.961, 3,4 km²)
  26. Nußloch (10.998, 13,6 km²)
  27. Oftersheim (12.115, 12,8 km²)
  28. Plankstadt (10.185, 8,4 km²)
  29. Reichartshausen (2.079, 10,0 km²)
  30. Reilingen (7.551, 16,4 km²)
  31. Sandhausen (14.935, 14,6 km²)
  32. Schönbrunn (2.842, 34,5 km²)
  33. Spechbach (1.785, 8,5 km²)
  34. St. Leon-Rot (13.591, 25,6 km²)
  35. Wiesenbach (3.135, 11,1 km²)
  36. Wilhelmsfeld (3.187, 4,8 km²)
  37. Zuzenhausen (2.164, 11,6 km²)


Einige davon haben sich zu Verwaltungsverbänden zusammengeschlossen. Im Rhein-Neckar-Kreis bestehen 5 Gemeindeverwaltungsverbände und 5 Verwaltungsgemeinschaften mehrerer Gemeinden:

Die Gemeindeverwaltungsverbände "Elsenztal" mit Sitz in Meckesheim, "Neckargemünd", "Rauenberg", "Schönau" und "Waibstadt". Daneben gibt es fest vereinbarte Verwaltungsgemeinschaften zwischen Eberbach und Schönbrunn, Hemsbach und Laudenbach; Hockenheim mit den Gemeinden Altlußheim, Neulußheim und Reilingen; Sinsheim mit Angelbachtal und Zuzenhausen; Wiesloch und Dielheim.

Die Aufsicht über die Ebene der Gemeindeverwaltungen führt das Landratsamt in Heidelberg.

Soziales[Bearbeiten]

Wohnungslosenhilfe[Bearbeiten]

Nach Erhebungen der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg ist die Zahl der wegen sozialer Ausgrenzung und Wohnungslosigkeit Hilfe Suchenden von 197 im Jahr 2009 auf 306 im Jahr 2013 gestiegen. Ursache dafür, so die Liga, sei der Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Dieser Mangel sei unter anderem dadurch bedingt, dass sich die Zahl der mietpreisgebundenen Wohnungen in den vergangenen 10 Jahres mehr als halbiert habe; Ende 2013 habe es rund 65.000 Sozialwohnungen in Baden-Württemberg gegeben. Es gebe aber einen Bedarf, sagt die Liga unter Berufung auf eine Erhebung des Pestel-Instituts von ca. 500.000 Sozialwohnungen im Land. [1] Insgesamt stieg in Baden-Württemberg die Zahl der wegen Wohnungsnot und sozialer Ausgrenzung Hilfe Suchenden im genannten Zeitraum auf 11.200, ein Anstieg um 9.3 Prozent.[2]

Unterbringung von Asylbewerbern ("Flüchtlingen")[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 2016 lebten insgesamt 4.655 Flüchtlinge[3] in der Obhut des Rhein-Neckar-Kreises. Von diesen wohnen 4.041 Menschen in Gemeinschaftsunterkünften, 614 in Wohnungen. In 29 von 54 Städten und Gemeinden des Kreises sind Flüchtlinge untergebracht.[4]

Naturschutz[Bearbeiten]

Als ehrenamtlicher Naturschutzwart (NSW) für den gesamten Kreis und die Stadt Heidelberg ist Thomas Hartmann, Gauangellloch, bestellt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Kultur und Gesellschaft
Bildung und Soziales
Gastlichkeit
Verkehr
öffentliche Einrichtungen
Wirtschaft
mehr...


Literatur[Bearbeiten]

  • 50 Jahre Kreistag. Wahlen, Abgeordnete, Bilanzen 1946-1996. Heidelberg 1996. ISBN 3-932102-00-2. Band 1 der Buchreihe des Rhein-Neckar-Kreises "Bausteine zur Kreisgeschichte".

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V., Stichtagserhebung 2013
  2. Peter Zschunke, Armut und Wohnungsnot nehmen zu, RNZ vom 1. Februar 2014, Seite 13
  3. Eigentlich eine Bezeichnung mit politischem Hintergrund im Rahmen der "Willkommenskultur". Genau genommen handelt es sich um illegale Migranten, von denen ein großer Teil Asyl beantragt hat oder das zu tun beabsichtigt. Da sich der Ausdruck "Flüchtlinge" sich jedoch nicht nur in den Massenmedien, sondern auch in der Verwaltungssprache durchgesetzt hat, wird der Ausdruck hier im Text durchgehend ebenfalls verwendet.
  4. Rhein-Neckar-Zeitung vom 20. Januar 2017 (Rhein-Neckar-Kreis), Seite 9

Weblinks[Bearbeiten]